Johann Strauss Jun. - Der lustige Krieg Handlung, Inhalt
1. Akt
In einem Feldlager der
genuesischen Truppen vor Massa. Zwischen Massa-Carrara und Genua herrscht
Krieg. Der Grund dafür ist eine Tänzerin, welche sowohl vom Fürsten von
Genua als auch von demjenigen von Massa-Carrara engagiert worden ist. Der
Streit verläuft natürlich unblutig und ohne Kampf, daher herrscht im
genuesischen Feldlager Langeweile. Diese wird gebrochen, als Soldaten ein
paar Frauen aus Massa-Carrara ins Lager führen, deren Einkäufe sie
beschlagnahmt haben. Neben diesen Frauen nahmen sie auch den Marchese
Sebastiani fest, der Neffe des verfeindeten Fürsten.
Der genuesische Oberbefehlshaber Umberto Spinola erklärt dem gefangenen
Marchese die Usanzen des lustigen Krieges: Jeweils um die Mittagszeit wird
eine Granate in die Luft gejagt, welche von der anderen Seite entsprechend
beantwortet wird.
Der Marchese, von Natur aus ein Plappermaul, erzählt, dass sein Onkel aus
Spargründen kriegstolle Weiber als Offiziere ausgehoben habe. Die verwitwete
Gräfin Violetta von Lomellini sei die Kommandantin der Festung
Massa-Carrara. Sie sei dem Herzog von Limburg als künftige Gattin
zugesprochen, welcher als Mitgift Hilfstruppen zur Verfügung stelle. Ihre
Trauung solle über den Stellvertreter, den limnurgischen Oberst van
Scheelen, erfolgen. Als dieser seinen Auftritt hat, erkennt er, dass alle
Kriegsgeheimnisse ausgeplaudert worden sind.
Dem niederländischen Tulpenzüchter Balthasar Groot aus Haarlem ist
Schreckliches widerfahren: Alle seine blumenzwiebeln - und dazu seine
Ehefrau - wurden geraubt. Dieses Los besingt er gegenüber dem genuesischen
Edelmann Franchetti.
Mittlerweile ist Violetta nähergetreten. Sie hat sich durchaus an den
Witwenstand und das süsse freie Leben gewöhnt und beklagt nun den grossen
Tribut, den der Krieg von ihr fordert, nämlich eine erneute Heirat. Sie
stellt sich Umberto als einfache Bürgersfrau aus Massa vor, um einen
Passierschein zu erhalten. Nach langem Bitten erhält sie diesen, nachdem der
sofort verliebte Umberto ihr einen Kuss auf die Wange drücken drufte.
Als Umberto eine Konversation zwischen dem Marchese und Violetta mitkriegt,
erfährt er, wer sie wirklich ist. Er stellt sich jedoch unwissend und lässt
die beiden mit verbundenen Augen abführen.
Umberto fühlt sich von Violetta hinters Licht geführt und plant, sich mit
den Mitteln der Intrige zu rächen: Durch einen gefälschten Brief will er
selbst die Rolle des Stellvertreters bei Violettas Hochzeit übernehmen.
Violetta wird herbeigeführt und von ihrer Augenbinde befreit. Aus dem
freilich gefälschten Brief entnimmt sie, dass van Scheelen nicht anwesend
sein könne und daher von Umberto vertreten werde. Violetta ist damit
einverstanden, und auf ihr Drängen hin wird die Trauung gleich vollzogen.
2. Akt
In einem Salon im Schloss
Malaspina. Die Fürstin von Malaspina und Gattin des Fürsten von
Massa-Carrara, Artemisia, hat die Damen der Stadt zum Kaffee geladen. Da
kommt der Marchese hinzu und verkündet, dass Violetta von den Genuesern
gefangen worden sei. Aber auch er habe jemanden gefangen genommen und zwar
Else, die Frau des Tulpenzüchters Balthasar. Else ist untröstlich über den
Verlust ihres Ehemannes, aber Artemisia behauptet, Else würde nur so tun,
als wäre sie verheiratet.
Violetta kommt angerannt und ist erfreut über die Liebenswürdigkeit des
Feindes, der sie freigelassen hat. Der Marchese verrät Umbertos Namen, und
Violetta erzählt von der Hochzeit mit dem Stellvertreter, jedoch ohne dessen
Namen zu nennen. Artemisia hofft auf baldige Hilfe aus den Niederlanden.
Der immer noch plapperhafte Marchese erzählt von einer gewissen Gräfin
Melanie, die sich mit ihrem Cousin vergnügte, während ihr Mann auf der Jagd
war.
Umberto hat sich einen weiteren Streich ausgedacht: Vor den Damen des
Herzogs von Limburg gibt er Balthasar als Violettas Ehemann aus, der nur
holländisch spreche. Balthasar gesellt sich dazu.
Else erkennt ihren Balthasar sofort. Sie will sich rächen, was der Marchese
ausnützt und sie küsst. Darüber ist Balthasar erbost, aber bald schliesst
man wieder Frieden.
Artemisia hat die Szene beobachtet. Sie ist empört, denn sie glaubt, der
Herzog von Limburg habe seine Geliebte, eine ordinäre Bäuerin, nach Italien
kommen lassen. Sie versucht, Violetta und ihren vermeintlichen Ehemann zur
Nachtruhe zu bewegen, was sie aber nicht schafft. Darauf gibt Artemisia dem
„Herzog“ einen zweiten Schlüssel zu Violettas Zimmer. Als Balthasar damit
die Tür zum zimmer aufschliessen will, erwischen ihn Else und Umberto. Else
zieht mit Balthasar ab, und Umberto verschafft sich mit dem Schlüssel
Zutritt ins Zimmer, wo er verliebt aus Violetta wartet. Sie kommt mit
Sehnsucht erfüllt und glaubt, alleine zu sein. Als Umberto zu ihr tritt und
seine Liebe gesteht, ringt sie um Fassung.
Artemisia und die Damen, Else und Balthasar und auch der Marchese mit
einigen Soldaten eilen herbei. Sie sind zwar die militärischen Sieger, aber
Violetta schenkt Umberto die Freiheit und verschiebt den Kampf auf den
nächsten Tag.
3. Akt
Im grossen Saal des
Fürstenpalastes in Massa-Carrara. Else ist ihrem Balthasar nicht wohlgesinnt
wegen des Verkleidungsspiels. Und doch denken beide mit Liebe an ihre
Kinder, welche sie in Holland gelassen haben.
Die beiden wollen Violetta die Wahrheit offenbaren, aber in dem Moment geht
Umberto mit einer Pistole dazwischen und schickt Else und Balthasar weg.
Violetta ist entrüstet, dass Umberto immer noch in Massa-Carrara weilt. Der
Marchese klärt nun alles auf: Hinter dem vermeintlichen Herzog von Limburg
steckte der Tulpenzüchter, und die Trauung mit Umberto war keine
Stellvertreterhochzeit, sonder eine gültige. Auf dieses Geständnis hin
verkündet Violetta die Kapitulation.
Artemisia erkennt zu spät, dass Violetta in den Kriegsgegner verliebt ist.
Doch da die Tänzerin, welche von beiden Fürstentümern angeworben worden war,
nach Neapel verpflichtet wurde, gab es keinen Grund mehr für eine
militärische Auseinandersetzung. Die ganze Belegschaft stimmt in den Jubel
ein.