|
<<
zurück
Johann Strauss Jun. - Die Tänzerin Fanny Elssler
Handlung, Inhalt

| 1. Akt |
Ende April 1831 im
Schloss des Fürsten Esterházy in Eisenstadt. Der Fürst organisiert ein
grosses Fest für die gefeierte Tänzerin Fanny Elssler. Ihr Vater, der einst
Haydns treuer Diener war, ist darum bemüht, dass unter den Musikern Ordnung
herrscht. Der junge Anwärter des ebenfalls anwesenden Staatsmannes Friedrich
von Gentz, Baron Fournier, unterhält sich mit dem alten Elssler über Fanny,
denn seit er ihr in seiner Kindheit einmal über den Weg gelaufen ist,
verehrt er sie. Der Kanzlist Dominik, welcher mit Minna, Fannys Berliner
Zofe, liebäugelt, weiss einiges über die Liebeleien des Herrn von Gentz zu
berichten, der aus Berlin stammt. Schliesslich kommt Fanny persönlich hinzu
und wird von allen umschwärmt. Auch der alte Esterházy ist beigeistert von
ihr und will ihr helfen, Primaballerina in Wien zu werden. Dies ist für
Fanny freilich sehr verlockend, doch sagt sie glcih darauf, dass sie
allerdings nie ihre Ehre aufs Spiel setzen würde, nur um Karriere zu machen.
Auch von Gentz ist bereit, sie zu fördern, nur will er das wirklich ohne
eigennützige Absichten tun? Baron Fournier, der Fanny sympathisch ist, warnt
sie jedoch, vor Gentz, da dieser alles versucht, um seine persönlichen
politischen Ziele zu erreichen. Plötzlich verabschiedet sich Gentz von den
Gästen und verspricht dabei Fanny die Beförderung zur Primaballerina,
ernennt ihren Vater vor Ort zum Kaiserlichen Kammervirtuosen und Baron
Fournier zu Fannys Ehrenkavalier. Wenig später kommt Fournier ein weiteres
Mal zu einem persönlichen Gespräch mit Fanny, was die Sympathie zwischen den
beiden noch mehr wachsen lässt. Es kommt zum Kuss.
|
| 2. Akt |
Ein Monat später in Wien.
Szene im Mittelhof des Schlosses Schönbrunn mit blick in den Park. Fanny ist
glücklich in Wien, denn von Gentz hat alles wunderbar arrangiert, mit der
Hofoper hat Fanny einen festen Vertrag. Erneut aber ist Fournier skeptisch,
dass man ihr soviel Gunst erweise ohne jegliche heimliche Absichten. Gentz
kommt herbei und beauftragt Fournier, Fanny dem Herzog von Reichstadt, dem
im Schlosse sich aufhaltenden Sohn Napoléons, vorzustellen. Er will damit
erreichen, dass dieser von seinen herrscherbezogenen Zukunftswünschen
abgelenkt wird, was am besten eine schöne junge Frau bewirken kann. Fournier
ist bestürzt über diese Pläne, überredet Fanny aber dennoch zu einem
Spaziergang im Park, bei dem sie den Herzog treffen soll. Bevor sie sich
aber in den Park begeben, kommt die französische Patriotin Desirée zu Fanny
und verrät ihr, was für eine Rolle ihr mit der Hilfe fourniers beim Herzog
zugedacht sei. Desirée bittet Fanny dabei, es in Frankreichs Interesse zu
vermeiden, diese Rolle zu übernehmen. Fanny sieht sich von Fournier verraten
und wirft ihm dies vor. Aufgelöst wendet sie sich an Gentz, der hinzukommt
und sie beruhigt. Gleichzeitig schafft er es, dass Fanny nun doch eine
gewisse Neugier auf den Herzog entwickelt. Vor dem Schloss beginnt ein
volkstümlicher Ball, an dem sich Fanny den Herzog vorstellen lässt und ihn
darauf bittet, mit ihr den nächsten Walzer zu tanzen.
|
| 3. Akt |
Im kleinen Salon zu Hause
bei Fanny in Meidling bei Wien. Fanny hat vom Herzog einen Brief mit Blumen
erhalten. Ihrem Vater ist die Bekanntschaft Fannys mit dem Herzog bereits zu
Kopfe gestiegen, und er erträumt sich bereits eine goldene Zukunft. Gentz
kommt auf Besuch. Fanny glaubt, um eine Lebenserfahrung reicher zu sein und
sieht jetzt ihr Ziel, eine grosse Tänzerin zu werden, wieder ganz klar vor
sich. Sie will keinerlei menschliche Bindung eingehen, sondern sich vollends
der Kunst verschreiben und damit der Welt gehören. Gentz merkt bald, dass er
als Diplomat versagt hat, denn Fanny erzählt ihm, dass sie den Herzog über
die geplante Intrige aufgeklärt habe. Zudem habe sie ihm geraten, er solle
seine politischen Ziele weiterhin ernsthaft verfolgen und sich nicht durch
einfältige Liebeleien davon abhalten lassen. Fanny durchschaut nun das
Vorhaben von Gentz. Dieser versucht, seine Enttäuschung nicht zu zeigen und
erzählt, dass Baron Fournier bereits am nächsten Tag nach Petersburg
abreisen werde. Fanny erbittet für Fournier, um dessen Unschuld sie ja nun
weiss, ein schöneres Reiseziel, nämlich Paris. Denn schliesslich werde sie
ja selber einmal dahin kommen. Heute möchte sie mit ihm den Abschied feiern
beim Heurigen draussen im Sievering, wo schon der
Flieder blüht...
|
|