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Eduard Künneke - Der Vetter aus Dingsda
Handlung, Inhalt
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Operette in drei Akten
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Text von Hermann Haller und Fritz
Oliven nach einem Lustspiel von Max Kempner-Hochstädt
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Uraufführung am 15. April 1921 im
Theater am Nollendorfplatz in Berlin
| 1. Akt |
Im Garten vor dem Schloss de Weert um 1920. Julia de Weert erhält lästigen
Besuch, nämlich ihren Vormund Onkel Josse Kuhbrot und Tante Wimpel. Er lässt
es sich auf dem Schloss gut gehen, geht seiner Leidenschaft für gutes und
ausgiebiges Essen nach und drängt Julia nervig zur Heirat mit seinem Neffen
August. Auch Hannchen, die Freundin Julias, findet den Besuch lästig und
lächerlich. Julia kennt diesen August überhaupt nicht und will daher nichts
von dem Vorschlag wissen. Ebenso wenig ist sie interessiert an der Idee
ihres zweiten Vormunds von Wildenhagen, welcher seinen Sohn Egon mit Julia
vermählen möchte. Sie hat niemanden anderes im Kopf als ihren Vetter
Roderich, denn ihm hat sie Treue geschworen, als er nach „Dingsda“,
irgendeine Stadt in Indien, ausgewandert ist. Obwohl sie seither nichts mehr
von ihm gehört hat, hofft sie, dass er ebenfalls an sie denkt so wie sie an
ihn. Sie will jedenfalls warten, bis er zurückkehrt und lässt sich nicht
vorschreiben, wen sie zu heiraten hat. Ihre beiden Vormunde verlieren
ohnehin heute ihre Rechte und Pflichten gegenüber Julia, denn soeben ist sie
vom Vormundschaftsgericht für volljährig erklärt worden. Die Freude darüber
veranlasst Julia zu Schabernack, und so macht sie sich einen Spass daraus,
einen Wanderer spätabends wie einen adligen Gast zu bewirten und ihn im
Schlafzimmer ihres Bruders unterzubringen. Sie weiss nicht, wer der fremde
Mann ist, denn vorstellen tut er sich lediglich mit „Ich bin nur ein armer
Wandergesell“. Julia findet ihn jedoch sehr sympathisch.
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| 2. Akt |
Auf einer Terrasse in der ersten Etage des
Schlosses. Am folgenden Morgen versucht das neugierige Hannchen, im Gespräch
den fremden Gast auszuhorchen. Dabei erfährt dieser aber mehr über Julia und
ihre Liebe zu Vetter Roderich als Hannchen über ihn. Der Fremde ist in
Wirklichkeit der von Onkel Josse herbestellte Vetter August, welcher nach
Wunsch des Onkels ja mit Julia verheiratet werden sollte. Daher kommt er nun
auf die Idee, sich als Vetter Roderich de Weert auszugeben. Vorerst gelingt
der Schwindel, denn sein Onkel erkennt ihn nicht, da er ihn seit seinen
Kindertagen nicht mehr gesehen hat. Julia ist überglücklich, dass ihr
„Vetter Roderich“ aus der Fremde zurückgekehrt ist. Einzig Josse freut sich
nicht darüber. Der Schwindel fällt aber auf, als Egon von Wildenhagen mit
den Resultaten der Forschungen seines Vater über Roderich eintrifft: Wohl
ist Roderich von Sumatra abgereist, aber dass er bereits hier ist, kann
unmöglich sein, denn das Schiff ist noch gar nicht in Hamburg eingetroffen.
Jetzt muss August eingestehen, dass er nicht Roderich ist. Obwohl Julia ihn
bereits liebt, lässt sie ihn gehen, denn sie will ausschliesslich dem echten
Roderich gehören.
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| 3. Akt |
Wieder im Schlossgarten. Der Stationsvorsteher
hat Josse am folgenden Tag erzählt, dass sein Neffe August bereits
vorgestern angekommen sei. Er fragt sich, wo er denn nun sein mag.
Vielleicht wurde er von dem verlogenen Wandergesell überfallen und
umgebracht?! Während man der Sache nachgeht, erscheint ein weiterer
Unbekannter vor dem Schloss. Es ist ein reizender junger Mann, der von
Hannchen als erstes empfangen wird. Beide verlieben sich auf den ersten
Blick, doch bald bemerkt Hannchen mit Verdruss, dass dies nun der echte
Vetter Roderich ist. Wie wird Julia reagieren, wenn sie erfährt, dass
Roderich Hannchen heiraten will und in all den Jahren kein einziges Mal an
Julia gedacht hat? Hannchen sieht eine List als einzige Lösung für die
unangenehme Situation: Roderich muss sich gegenüber Julia als August Kuhbrot
ausgeben, denn das reicht für eine Abneigung seitens Julia. Er jedoch treibt
ihr die Schwärmereien für Roderich aus, indem er ihr erzählt, dass der
vermeintlich Treue Geliebte mit einer anderen Frau verlobt ist und den
Treueschwur nie ernst genommen hat. Jetzt aber gibt er sich als Roderich zu
erkennen und Julia wird sich sofort um ihre naive Schwärmerei bewusst und
bedauert, den geliebten Fremden fortgeschickt zu haben. August aber ist
glücklicherweise schon in der Nähe, und so kehrt sich alles zum Guten , und
Julia ist glücklich.
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