Am 19. Juni 1842 wurde Carl Johann Adam Zeller im
niederösterreichischen Markt St. Peter in der Au in der Nähe von Steyr geboren.
Ihm war die künsterlische Veranlagung in die Wiege gelegt worden, da bereits
sein Urgrossvater und sein Grossvater musikalische Schulmeister waren. Sein früh
verstorbener Vater war Arzt. Mit elf Jahren wurde Carl Zeller aufgenommen bei
den Sängerknaben in der kaiserlichen Hofkapelle in Wien. Dank seiner engelhaften
Stimme wurde Carl bald der Herzoginnen Liebling. Später ging er aufs Gymnasium,
studierte Rechtswissenschaft und leistete Militärdienst.
In seiner Freizeit widmete sich Zeller der Komposition. Sein erstes Werk war die
komische Oper ‚Jacond‘, welche sogleich grossen Erfolg verzeichnete bei der
Uraufführung im Theater an der Wien im Jahre 1876. Zellers musikalische Bahn
brachte ihn bald von der komischen Oper zur Operette.
Die Operette ‚Der
Vogelhändler‘ von 1891 war Zellers erfolgreichstes Werk, ja gar eine der
erfolgreichsten Operetten aller Zeiten. Dies ist besonders bemerkenswert, da zur
Zeit deren Erstaufführung das Hauptzeitalter der goldenen Operettenära mit
Johann Strauss,
Carl Millöcker und
Franz von Suppé an sich bereits am Ausklingen war.
Sein Vogelhändler ist von einem einzigartigen Melodienreichtum, und kaum ein
anderes Bühnenwerk vereint eine solche Vielzahl von unverkennbaren Ohrwürmern,
die heutzutage noch bestens bekannt sind.
‚Der Obersteiger‘ ist
eine weitere Operette Zellers, welche sehr erfolgreich war. Leider existiert
bislang keine vollständige Aufnahme davon. Das einizge Stück aus dieser
Operette, welches jedoch umso berühmter ist und das man immer und immer wieder
auf den Tonträgern findet, ist das unvergleichliche und einzigartige Walzerlied
"Sei nicht bös'".
Carl Zeller verstarb am 17.
August 1898 nach langer Krankheit in Baden bei Wien. In seinem Geburtsort St.
Peter in der Au entstand ein Zeller-Muesum.