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In der Musikgeschichte
nimmt Robert Stolz eine Sonderstellung ein. Hier ist ganz in erster Linie
sein immenses Liederwerk angesprochen, in dem Stolz die Freuden und ganz
besonders die Leiden des Alltags in den Stand der Kunst erhebt und einem
breiten Publikum zugänglich macht. Nie hat sich Stolz musikalisch übernommen
und etwas versucht, das über seinem Können lag wie Symphonien komponieren
oder gewisse Meister dirigieren. Er blieb seinem eigenen Stil treu und
komponierte meist sehr volksliedhaft, womit er sich einen fixen Platz in der
Musikwelt verschaffte. Stolz’ musikalisches Werk ist unüberschaubar nicht
zuletzt wegen der ungeheuren Anzahl an Kompositionen. Mehr als 2'000 Titel
werden genannt, unter welchen sich 88 Bühnenwerke finden, Musik zu 17
Eisrevuen und 46 Tonfilmen und auch 2 amerikanischen Filmen, für die Stolz
jeweils den Oscar für die beste Musik erhielt.
Die Stolz-Lieder dringen ins Herz, sie verursachen Tränen, versprühen
Lebensfreude, verbreiten Nostalgie, lassen in Erinnerungen schwelgen,
vermitteln manchmal eine heile Welt… Stolz will dies mit Echtheit
darbringen, ohne seinen Kompositionen ein aufgesetztes Gesicht zu verpassen
und damit einen Erfolg zu erzwingen. Gerade deshalb kommt die rührende
Sentimentalität ganz besonders zum Ausdruck, und das verhalf den
Stolz-Liedern wohl auch zu ihrem internationalen Erfolg. Zahlreiche Titel
sind fixe Bestandteile von Radio- und Musikprogrammen auf der ganzen Welt.
So kann man sich beispielsweise in eine Fischerkneipe im tasmanischen Dorf
Strahan am sprichwörtlichen Ende der Welt setzen, und man hört mehrere Titel
von Robert Stolz aus den Lautsprechern spielen (Erfahrungsbericht des
Autors). Marlene Dietrich sang in Rio de Janeiro vor einem riesigen
jubelnden Publikum Stolz’ Paradenummer für gebrochene Herzen: „Das Lied ist
aus - Frag nicht, warum ich gehe“. Dasselbe Lied hat auch Hildegard Knef
interpretiert und mit ihrer rauchigen Charakterstimme die ganze Melancholie
daraus gezogen:
Frag nicht, warum ich
gehe, frag nicht warum
Was immer auch geschehe, frag nicht warum
Ich kann dir nur mehr sagen, ich hab dich lieb
Das Schönste im Leben wollt ich dir geben
Frag mich bloß nicht das eine, frag nicht warum
Frag nicht, warum ich weine, frag nicht warum
Wir gehen auseinander, morgen küsst dich ein andrer
Dann wirst du nicht mehr fragen, warum
Das Lied ist aus, das du
für mich gesungen
Beim letzten Klang war mir nach dir so bang
Das Lied ist aus, die Melodie verklungen
Nichts blieb von der Musik zurück
Ein Echo nur von Liebe
Die Rosen die du mir
gebracht,
Sind jetzt ein welker Blumenstrauß –
das Lied ist aus
Frag nicht, warum ich
gehe…
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