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Josef Strauss - Werke
Quelle: Prof. Franz Mailer
 

Op.1

Die Ersten und Letzten, Walzer
Als Johann Strauss im Winter 1852 aus Erschöpfung einen Zusammenbruch erlitt, verlangte Mutter Anna Strauss vom 25-jährigen Josef, seine Laufbahn als Ingenieur abzubrechen und zur Unterstützung Johanns ins Musikgeschäft der Familie einzutreten. Josef fügte sich der Aufforderung widerwillig. Als Johann es auf seiner Erholungskur versäumte, für die Hernalser Kirchtagsfeierlichkeiten in Ungers Casino eine Walzerkomposition zu liefern, musste Josef diese Aufgabe übernehmen. Zu diesem Anlass komponierte er diesen Walzer, mit dessen Titel er aussagen wollte, dass es der einzige bleiben wird. Doch es sollte anders kommen. Der Walzer wurde mit regem Beifall quittiert.
 

Op.2 Vergissmeinnicht, Mazurka
Die zweite Komposition im Oeuvre von Josef Strauss ist den kleinen blauen Blümchen gewidmet, die symbolisch für Liebe und Treue stehen. Am 12. August 1855 erklang die Mazurka zum ersten Mal an einem Sonntagskonzert in Ungers Casino, während sein Bruder Johann in Bad Gastein auf Kur war. "Vergissmeinnicht" erhielt darauf Erwähnung im "Fremden-Blatt" und in der "Morgen-Post". Im folgenden Jahr erschien die Mazurka als gedrucktes Werk beim Verlag C. A. Spina.
 
Op.3  
Op.4

Mille fleurs-Polka
Im Sommer des Jahres 1855 weilte Johann Strauss in Bad Gastein, weshalb Josef in der Zeit die Leitung des Strauss-Orchesters übernahm. Das sich der Erholungsurlaub Johanns bis in den September hinzog, musste Josef für die obligaten Novitäten für die traditionelle Hernalser Kirchweih im August 1855 in Ungers Casino sorgen. Für die Uraufführung der Mille fleurs-Polka wählte Josef Strauss das Gartenfest am 27. August, welches im Rahmen der Kirchweih stattfand. Laut Zeitungsberichten dürfte dieses Fest von einem hefitgen Unwetter heimgesucht worden sein, denn Anfang September lud Unger zu einer konzertantischen Aufführung der Novitäten. Die Polka muss grossen Anklang gefunden haben. Im Februar 1856 wurde sie publiziert, doch überdauerte nur die Klavierpartitur die Zeit bis heute. Die Polka wurde für Orchester neu verfasst.

 

Op.5 Flinserln, Walzer
Der Walzer wurde für die Feier des Hernalser Kirchtages am 27. August in Ungers Casino komponiert. Unter dem Begriff „Flinserln“ verstand man in Wien eine Art Pailletten, welche oft an Kostümen und auch als normaler Schmuck verwendet wurden. Der Walzer fand stürmischen Beifall und musste wiederholt werden.
 
Op.6

Tarantel-Polka
Für Josef Strauss war das Jahr 1855 entscheidend für seine Laufbahn. In jenem Sommer wurde klar, dass er seine Pläne, Ingenieur zu werden, ablegen und ins Musikgeschäft einsteigen würde, denn Bruder Johann weilte in Pawlowsk, und Josef musste dauerhaft einspringen und die Kapelle leiten. Die Tarantel-Polka schrieb Josef Strauss für ein Konzert in Ungers Casino am 12. August 1855. Das flotte Werk fand wohl Anklang.

 

Op.7  
Op.8

Bachanten-Quadrille
Das Datum der Erstaufführung dieser sehr frühen Komposition ist nicht bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass sie in der Zeit zwischen Herbst 1855 und Karneval 1856 erfolgte. Als Aufführungsort kommt in erster Linie das Etablissement Sperl in Frage, da dort die so genannten „bacchantischen“ Tanzfeste abgehalten wurden. Josef Strauss’ Quadrille hielt sich mehrere Jahre im Repertoire der Strauss-Kapelle.

 

Op.9  
Op.10 Bauern-Polka, Mazurka
Dieses frühe Werk stammt aus der Zeit, als Josef Strauss in der Entscheidungsphase war, ob er gänzlich zum Musikgeschäft seines Bruders Johann übertreten will. Vorerst betrachtete er sich allerdings nur als Dirigent ad interim. Im Sommer 1855 entschied er sich für die Musik. Publiziert wurde die Bauern-Polka im April 1856.
 
Op.11 Rendezvous-Quadrille
Die Quadrille wurde für den Fasching des Jahres 1856 komponiert. Der Verleger Haslinger druckte allerdings nicht die Originalpartitur von Josef Strauss, sondern das Arrangement für ein kleines Orchester von Karl Fux. Die Originalpartitur ist leider verschollen. Nach der Saison hielt sich das Werk noch einige Monate im Repertoire, musste jedoch allmählich den laufenden Novitäten Platz machen.
 
Op.12  
Op.13  
Op.14 Avantgarde, Marsch
Als Johann Strauss sich in Pawlowsk aufhielt, übernahm Josef während der Sommersaison die Leitung der Strauss-Kapelle. So spielte er am 23. April 1856 erstmals „Grossen Zeisig“, dem Stammlokal der Strauss-Brüder, seinen Avantgarde-Marsch, ein Marsch, welcher wie ein typischer k.u.k. Armee-Marsch konzipiert war. Josef Strauss war bestimmt kein Meister im Komponieren von Märschen, aber dennoch war das Werk ein grosser Erfolg und musste mehrmals wiederholt werden.
 
Op.15 Titi-Polka
Namensgeber dieser Polka war ein Magier, welcher „Titi“ genannt wurde. Die Polka wurde am 4. mai 1856 in Ungers Casino erstmals aufgeführt und hielt sich längere Zeit im Programm.
 
Op.16 Die Vorgeiger, Walzer
Es war im alten Wien üblich, dass der Leiter der Musikkapelle seine Musiker mit der Geige dirigierte, als „Vorgeiger“. Josef Strauss konnte jedoch nicht Geige spielen und musste das Orchester seines Bruders anfangs mit dem Dirigierstab leiten. Es stellte sich heraus, dass er künftig öfters als Vertretung Johanns einspringen wird, weshalb Josef Strauss schnell Geige spielen lernte. Für sein Debut als Vorgeiger am 23. April 1856 im „Grossen Zeisig“ hat Josef Strauss diesen beliebten Walzer geschrieben.
 
Op.17 Maiblümchen, Mazurka
Für ein Konzert in Ungers Casino am 27. April 1856 stand diese Mazurka auf dem Programm. Da jedoch kein Zeitungsbericht vorhanden ist, welcher über das Konzert berichtete, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das Werk tatsächlich gespielt wurde. Erst der Bericht über ein Frühlingskonzert im Volksgarten am 13. Mai 1856 erwähnt die offenbar stark bejubelte Mazurka, bezeichnet sie allerdings mit „Maiblüthen“.
 
Op.18 Wiegenlieder, Walzer
Für die bevorstehende Geburt des zweiten Kindes des Kaiserpaares im Jahre 1856 hatte Josef Strauss einen Walzer vorbereitet mit dem Titel „Schlummerlieder“. Nachdem im Juli die glückliche Geburt verkündet worden war, wurde am 15. Juli im Volksgarten ein Festkonzert veranstaltet, bei dem Josef Strauss den neuen Walzer aufgespielte. Der neue Name lautete „Wiegenlieder“. Die Komposition wurde überaus begeistert aufgenommen.
 
Op.19 Lust-Lager-Polka
Am 2. Juni 1856 fand in der Bierhalle Fünfhaus ein Ball statt unter dem Motto „Bisamberger Lustlager“. Am Bisamberg entstand in jenem Jahr ein Übungsgelände für die k.u.k. Armee. Aus diesem Grund wurden am Rande Verkaufsstände und Buden aufgestellt, worauf sich bald buntes Treiben einstellte. Dieses „Lust-Lager“ wurde zu einem Anziehungspunkt der Bevölkerung aus der Stadt. Josef Strauss schrieb diese Polka für das genannte Fest in der Bierhalle und führte es da zum ersten Mal auf.
 
Op.20 Schottischer Tanz
Der „Schottisch“ ist eine Tanzform, die sich aus der Eccosaise entwickelt hat, welche in Wien hauptsächlich in Schubert und Beethoven ihre Vertreter gefunden hat. Josef Strauss hat die Tanzform mit diesem Opus aufgegriffen und am 22. Juli 1856 im Volksgarten uraufgeführt.
 
Op.21  
Op.22  
Op.23 Joujou-Polka
Dieses frühe Werk des Komponisten entstand für ein Konzert in Ungers Casino am 6. Juli  1856. Offenbar wurde die verspielte Polka begeistert aufgenommen, da sie im selben Jahr regelmässig auf dem Programm stand.
 
Op.24  
Op.25  
 
 
Op.26 Die guten, alten Zeiten, Walzer
Anfang August 1856 veranstaltete Josef Strauss im Sperl ein Fest, welches im Zeichen der Erinnerung an seinen Vater Johann Strauss der Ältere und an den Vater des Wiener Walzers, Joseph Lanner, stand. Eigens für diesen Anlass komponierte er einen Walzer mit dem passenden Namen „Die guten, alten Zeiten“. Aus der Presse ist zu entnehmen, dass das Fest trotz einsetzenden Regens ein Erfolg war und Josef Strauss’ Walzer höchste Begeisterung hervorrief und wiederholt werden musste. Der Walzer ist eines der Hauptwerke des Komponisten.
 
Op.27  
Op.28 Sylphide, Polka, Op.28
Eine Sylphide bezeichnet einen weiblichen Luftgeist, steht aber auch für ein anmutiges Mädchen. Ein solches kam auch in dem Singspiel „Sylphide, das Seefräulein“ vor, von deren Hauptdarstellerin Josef Strauss sich wohl hat inspirieren lassen bei der Komposition dieser Polka, welche am 8. November 1856 im Sperl mit grossem Anklang erstmals aufgeführt wurde.
 
Op.29 Die Veteranen
Zum 90. Geburtstag des Feldmarschall Graf Radetzky lud dieser am 18. November 1856 zu einem grossen Fest im Sperl. An diesem Abend war ein reichhaltiges Musikprogramm angesagt, zu dem die Komposition von Josef Strauss die einzig militärische sein sollte. Unter den Gästen waren zahlreiche ehemalige Soldaten, welche unter Radetzky ihren Dienst verrichtet hatten. Neben dem Feldmarschall war Josef Strauss’ Walzer diesen Gästen gewidmet.
 
Op.30  
Op.31 Herzbleamerl
Was Josef Strauss auf die Idee dieses eher ungewöhnlichen Titels gebracht hat, ist nicht bekannt. Die Uraufführung ist zwar nirgends konkret festgehalten, laut Zeitungsberichten jedoch kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass diese an einem Benefizball der Strauss-Brüder am 16. Februar 1857 stattgefunden hat.
 
Op.32 Dioscuren-Quadrille
An einem Benefizball am 16. Februar 1857 im Sofiensaal konzertierte Josef Strauss gemeinsam mit seinem Bruder Johann. Für diesen Abend hatte er unter anderem die Dioscouren-Quadrille vorbereitet. Was Josef Strauss veranlasste, die Quadrille so zu nennen, ist nicht bekannt. „Dioscuren“ ist die Bezeichnung für Zeus’ Zwillingssöhne Castor und Pollux. Gleichsam steht der Begriff für ein unzertrennliches Freundespaar.
 
Op.33 Masken-Polka
Für ein Benefiz-Konzert im Sperl am 23. Februar 1857 komponierte Josef Strauss diese Polka. Sie erschien im folgenden Sommer als Druckausgabe beim Verleger Haslinger.
 
Op.34 Mai-Rosen, Walzer
Josef Strauss hat diesen Walzer im Frühling des Jahres 1857 für ein Maifest im Volksgarten geschrieben. Allerdings kam das Werk bereits am 10. Mai, zwei Tage vor dem Anlass im Volksgarten, in Ungers Kasino zur Aufführung. Dennoch wurde es im Volksgarten als Novität angepriesen.
 
Op.35 Une Pensée, Mazurka
Nachdem die liebliche Polka am Blumenfest vom 26. Mai 1857 im Volksgarten zum ersten Mal gespielt worden war, blieb sie für den Rest der Saison im Repertoire, da sie dem Publikum sehr gut gefallen hat.
 
Op.36  
Op.37 Csikos-Quadrille
Diese Quadrille war ein Widmungswerk für die Ungarischen Reiter aus der Puszta, denn ein Csikós ist übersetzt etwas so was wie ein Pferdehirte. Demzufolge weist die Musik in der Quadrille unverkennbar ungarische Züge auf. Die Uraufführung der Quadrille erfolgte am 31. Mai 1857 bei einem Konzert in Ungers Casino.
 
Op.38  
Op.39  
Op.40 La Simplicité, Polka
Die Polka hat Josef Strauss am 26. Juli 1857 bei einem Nachmittagskonzert zum ersten Mal gespielt. Obwohl das Stück voller Liebreiz ist, fand es kaum Beachtung.
 
Op.41  
Op.42 La chevalersque, Mazurka
Die Mazurka war ein Teil von Josef Strauss’ Kompositionen der Sommerreihe 1857. das Datum der Uraufführung ist nicht mit Sicherheit zu nennen. Mit „La chevaleresque“, was übersetzt soviel heisst wie „Die Ritterliche“, dürfte Josef Strauss seine Ehefrau Caroline Pruckmayer gemeint haben, welche er im selben Jahr geheiratet hatte.
 
Op.43 Steeplechease-Polka
Der Begriff „Steeple Chease“ stammt aus dem Pferdesport und bezeichnet wörtlich das Jagen nach einem Kirchturm. Hierbei galt es, unterschiedliche Hindernisse zu bewältigen, wobei als Orientierungspunkt ein Kirchturm (engl. Steeple) im Visier gehalten wird, auf welchen der Reiter hinzielt. Josef Strauss dürfte sich vermehrt an solchen Anlässen aufgehalten haben, da er bekanntlich einen Hang zum Pferdesport hatte. Die flotte Polka wurde am 31. August 1857 an der Kirchweih in Ungers Kasino uraufgeführt, fand grossen Zuspruch und musste mehrmals wiederholt werden.
 
Op.44 Fünf Kleeblad’ln, Walzer
Für die traditionelle Kirchweihfeier in Ungers Kasino, welche im Jahre 1857 am 31. August im Rahmen eines Balles mit rund 2000 Gästen abgehalten wurde, hat Josef Strauss diesen Walzer geschrieben. Die ländlerähnliche Komposition erhielt grossen Beifall und musste wiederholt werden.
 
Op.45  
Op.46 Musen-Quadrille
Josef Strauss hat die Quadrille für den Künstlerball im Sperl am 18. Januar 1858 geschrieben. Sein Bruder Johann hat parallel für einen weiteren Künstlerball seine „Künstler-Quadrille“ geschrieben, welche im Gegensatz zu Josefs Komposition ausschliesslich Motive aus den Werken berühmter europäischer Komponisten umfasste. Josef Strauss benutzte jedoch nur eigene Melodien.
 
Op.47  
Op.48 Harlekin-Polka
Vermutlich erklang die lebhafte Polka erstmals an einem Benefizball am 8. Februar 1858 im Sofiensaal. Johann Strauss nahm die Komposition mit sich nach Pawlowsk im Sommer desselben Jahres und spielte sie dort vor,  jedoch mit dem Titel „Harlequin-Galopp“.
 
Op.49 Die Amazone, Mazurka
Josef Strauss hat mehreren seiner Kompositionen Titel gegeben, bei welchen weibliche Cahrakteren Pate standen. Eine Amazone bezeichnet in der griechischen Mythologie eine kriegerisch gesinnte Frauengestalt, in der Neuzeit aber auch eine selbstbewusste, emanzipierte Frau. Eine solche ist auch auf der Titelseite der Klavierausgabe abgebildet. Im Fasching 1858 kam das Werk erstmals zur Aufführung.
 
Op.50  
Op.51  
Op.52  
Op.53 Defilir-Marsch
Josef Strauss hatte mit dem Militär nichts zu tun, und er lehnte es auch konkret ab. Dennoch ergab es sich des öfteren, dass die Strauss-Kapelle mit einer Militärkapelle an der Seite auftrat und die beiden Ensembles abwechslungsweise ihre Stücke zum besten gaben. Zu solch einer Gelegenheit schrieb Josef Strauss die Defilir-Polka, welche am 6. Juni 1858 bei einem Konzert in Ungers Casino aufgespielt wurde. Die Strauss-Kapelle konzertierte zusammen mit der Regimentskapelle von Joseph Kovacs. Der Marsch fand sehr grossen Anklang.
 
Op.54 Flora, Mazurka
Die Mazurka erklang erstmals an einem gut besuchten Volksgartenfest am 22. Juni 1858. Gemäss dem Titelblatt der Klavierpartitur, welches ein Bouquet aus Halmen und Blumen zeigt, hat sich der Komponist von der Pflanzenwelt zur Namensgebung inspirieren lassen.
 
Op.55 Bon-Bon-Polka
Die Uraufführung dieser Polka hätte bereits im Frühling 1858 in Ungers Casino stattfinden sollen, aber wegen einer dauerhaften Schlechtwetterperiode wurde dies stets verschoben. An einem Sonntagskonzert des 6. Juni gleichen Jahres erklang sie endlich zum ersten Mal. Die lebhafte Polka blieb zwar den ganzen Sommer über im Programm, geriet später aber dennoch in Vergessenheit.
 
Op.56 Liebesgrüsse, Walzer
Der Walzer wurde am 1. Juni 1858 im Volksgarten zum Anlass eines Festes mit Feuerwerk erstmals aufgeführt. Zeitungsberichten zufolge verlangte das Publikum nach mehrmaliger Wiederholung der "Liebesgrüsse". Über ein Jahr lang blieb das Werk im regelmässigen Repertoire der Strauss-Kapelle. Aber auch später erklang der Walzer bei Gelegenheit immer mal wieder.
 
Op.57 Moulinet-Polka
Übersetzt heisst Moulinet in etwa „kleine Mühle“. Josef Strauss hat sich beim Schreiben dieser Polka an einem kontinuierlich sich drehenden Mühlenrad orientiert, und dieses Bild bekommt der Zuhörer auch vermittelt. Am 25. Juli 1858 erklang die Moulinet-Polka erstmals in Ungers Casino. Als Vertreter seine Bruders Johann, der zu dem Zeitpunkt in Pawlowsk engagiert war, hatte Josef Strauss die Gelegenheit, die Moulinet-Polka am Hof in Schönbrunn vorzutragen. Da erntete sie laut Zeitungsberichten grösstes Lob, genauso wie in Ungers Casino.
 
Op.58 Bivouac-Quadrille
Die regen kriegerischen Aktivitäten in der Mitte des 19. Jrh. in Europa zogen verständlicherweise die Begebenheit nach sich, dass sich im Raum Wien an mehreren Orten das Militär niederliess und seine Lager aufschlug. Diese Lager wurden „Bivouacs“ genannt. Die Lager dienten in lockeren Zeiten nicht selten als Ort bunten Treibens mit Spiel, Tanz und sogar Marktständen. Um diesen Gepflogenheiten eine Widmung darzubringen, komponierte Josef Strauss die Bivouac-Quadrille, welche am 6. Juli 1858 an einem Fest im Volksgarten uraufgeführt wurde.
 
Op.59 Österreichischer Kronprinzen-Marsch
Als Kaiserin Elisabeth am 21. August 1858 in Schloss Laxenburg den ersehnten Kronprinzen zur Welt brachte, jubelte das Volk. Josef Strauss packte diese Gelegenheit beim Schopf und komponierte diesen Huldigungsmarsch. Er wollte das Stück allerdings bereits am 31. August  im Volksgarten erstmals spielen, hatte aber daher keine Zeit, beim Hof die Erlaubnis für eine Widmung zu beantragen. Um dies zu umgehen, vermerkte er die Widmung “Dem Officierscorps des k.k. Linien-Infanterie-Regiments Nr.19, Kronprinz Rudolph“ (Kaiser Franz Josef hatte dem Jungen kurz nach dessen Geburt den Titel des Obersten des genannten Regiments verliehen). So konnte er die Beantragung bei höchster Instanz umgehen und das Werk dennoch dem Kornprinzen widmen.
 
Op.60 Laxenburger Polka
Als sich Kaiserin Elisabeth im Sommer 1858 nach Schloss Laxenburg zurückgezogen hatte, um die Geburt ihres dritten Kindes, des künftigen Kronprinzen Rudolf, zu erwarten, galt das ganze Interesse der Wiener Bevölkerung dem Schloss ausserhalb der Stadt. Dies nahm Josef Strauss als Anlass zur Komposition der Laxenburger Polka. Die Uraufführung erfolgte am 30. August 1858 in Ungers Casino. Die Polka war beliebt und hielt sich lange im Repertoire der Strauss-Konzerte.
 
Op.61 Wiener Kinder, Walzer
Zeitungsberichten zufolge schrieb Josef Strauss den Walzer „Wiener Kinder“ nach einer Aufforderung des Kaiserhauses, nachdem er in Schönbrunn  erfolgreich ein Hofkonzert gegeben hatte anstelle seines Bruders Johann, welcher die Saison im Russischen Pawlowsk verbrachte. Die Uraufführung des Walzers fand am 17. August 1858 bei einem Fest im Volksgarten statt. Das Stück wurde mit Beifall aufgenommen und blieb die kommenden Monate fester Bestandteil des Repertoires.
 
Op.62  
Op.63 Waldröslein, Mazurka
Josef Strauss hat diese liebliche Mazurka am 25. September 1858 im Volksgarten dem Wiener Volk erstmals präsentiert. Es war eines von zahlreichen Werken des Komponisten, welches einen Blumentitel trug.
 
Op.64  
Op.65 Caprice-Quadrille
Die Caprice-Quadrille wurde von Haslinger zur Karnevalszeit 1859 veröffentlicht, obwohl die beiden Kompositionen aus dem Vorjahr stammten. Die Quadrille erhielt gute Kritik und fand beim Publikum ordentlichen Anklang.
 
Op.66  
Op.67  
Op.68 Soll und Haben, Walzer
Nachdem sich die wirtschaftliche Lage im Kaiserreich wieder erholt hatte, waren die Gewerbetreibenden wieder bereit zu feiern. So lud der Handelsstand im Karneval zu einem Ball im Sperl, dessen musikalische Leitung Johann Strauss hatte. Ein weiterer „Handels-Elite-Ball“ wurde am 21. Februar selben Jahres im Sofiensaal gegeben. Diesmal leitete Josef Strauss die Musik. Sein Widmungswerk, der Walzer mit dem passenden kaufmännischen Titel „Soll und Haben“, erhielt gute Kritiken. Der Verleger Haslinger veröffentlichte den Walzer neben seinem Haupttitel mit dem Zweittitel „Handels-Elite-Ball-Tänze“.
 
Op.69 Saus und Braus, Polka
Die sehr lebhafte Polka hat Josef Strauss eigens für einen Ball geschrieben, welcher am 19. Januar 1859 in Schwenders Etablissement stattfand. Offenbar erhielt die Polka grossen Beifall, denn an den folgenden Bällen wurde sie stets aufgeführt. Im August selben Jahres erschien die Komposition im Druck.
 
Op.70  
Op.71 Schwert und Leyer, Walzer
Die Walzerkomposition entstand kurz nachdem die österreichischen Truppen bei ihrem Italienfeldzug eine Niederlage gegen das Piemont erlitten hatten. Die Bevölkerung war daher unzufrieden und hegte gar auf ihren Kaiser Franz Joseph einen Groll. Der Walzer erklang zum ersten Mal an einer Nachfeier dessen Geburtstages. Das Fest wurde am 26. August 1859 im Volksgarten abgehalten. Der Walzer erntete grossen Applaus und war so erfolgreich, dass er wiederholt werden musste und sich in den Programmen künftiger Konzerte hielt.
 
Op.72 Amanda, Mazurka
Die Uraufführung dieser Mazurka erfolgte vermutlich am 29. August 1859 zum Hernalser Kirchtag in Ungers Casino. Entstanden ist sie möglicherweise bereits im ersten Halbjahr von 1859. Da es jedoch eine politisch schwierige Zeit war und die Bevölkerung wegen militärischer Niederlagen in Norditalien nicht zum Tanzen und Feiern aufgelegt war, ruhte die Polka wohl vorerst im Regal. Die Inspiration zu dieser Komposition hat sich Josef Strauss vielleicht von einer Figur Namens Amanda geholt, die in Johann Nestroys Theaterstück "Der konfuse Zauberer oder Treue und Flatterhaftigkeit" vorkommt.
 
Op.73 Sympathie, Mazurka
Die Mazurka erklang erstmals am 23. Oktober 1859 in Ungers Kasino, obwohl die offizielle Uraufführung am 30. Oktober im Volksgarten geplant war. Diese Mazurka drückt eine Schwermütigkeit aus, wie sie Josef Strauss in einigen seiner Kompositionen anwendet. Sein Bruder Johann soll später gesagt haben, dass in dieser Weise zu komponieren, Josefs ganze Seele lag.
 
Op.74 Elfen-Polka
Nach der von Österreich verlorenen Schlacht bei Solferino in Norditalien im Jahre 1859 war die Stimmung in Wien bedrückt, und niemand hatte Lust auf Vergnügen und Tanz. Diesem zum Trotz organisierte der Hausherr von Ungers Casino, Franz Unger, in seinem Etablissement ein Fest mit dem Thema „Heiter auch in ernster Zeit“. Für diesen Anlass schrieb Josef Strauss die Elfen-Polka, welche auch in den folgenden Monaten noch öfter erklang.
 
Op.75

Sturm-Polka
Diese Polka entstand aufgrund der politischen Situation im Frühling 1859. die österreichischen Truppen trafen in der Lombardei auf die mit Italien verbündeten Franzosen und wurden zur Kapitulation gezwungen. Kaiser Franz Joseph musste dem Frieden zustimmen und die Lombardei mit ihrer Hauptstadt Mailand aufgeben. Der Schock sass in Österreich tief, und man war nicht in Feststimmung. Das genaue Datum der Uraufführung der Sturm-Polka ist nicht bekannt, aber die stand auf dem Programm, als der Kaiser am 26. August 1859 mit Verspätung im Volksgarten seinen 29. Geburtstag feierte. Berichten zufolge wurde die Polka mit höchster Begeisterung aufgenommen und musste mehrmals wiederholt werden.

 

Op.76 Adamira-Polka
Die Polka entstand im Fasching des Jahres 1860. Über das Datum und den Ort der Uraufführung ist nichts überliefert. Es wird auf jeden Fall ein Anlass in jenem Fasching gewesen sein.
 
Op.77 Die Naive, Polka
Die Uraufführung dieser Polka erfolgte am 20. Juli 1859 an einem Annen-Fest in Ungers Casino und war den ganzen Sommer über immer wieder im Programm zu finden. Daher ist davon auszugehen, dass die Polka beim Publikum Anklang fand. Dennoch geriet das schlichte Werk später in Vergessenheit.
 
Op.78  
Op.79 Waldbleamln, Ländler
Durch diesen Ländler im Walzerstil setzte Josef Strauss eine Tradition fort, welche sein Vater bereits pflegte, nämlich jeweils für das Kirchweihfest in Ungers Kasino eine ländlerartige Komposition beizusteuern. Als Gegenstück zu seines Vaters „Feldbleamln“ aus dem Jahre 1847 schrieb Josef Strauss für das Kirchweihfest vom 29. August 1859 den Waldbleamln-Ländler.
 
Op.80

Stegreif-Quadrille
Die Quadrille hat Josef Strauss für ein Fest im Volksgarten geschrieben, welches für den 15. Juli 1859 angekündigt war. Es liegen jedoch keine Aufzeichnungen über den Verlauf und das Programm des Festes vor, weshalb nicht belegt ist, ob die Quadrille auch wirklich gespielt wurde. Da sie aber in den Folgemonaten immer wieder aufgeführt wurde, ist davon auszugehen, dass sie auch ihre geplante Uraufführung an dem besagten Fest erlebt hat. Der Titel lässt vermuten, dass Josef Strauss die Quadrille spontan und in kürzester Zeit zu Blatte gebracht hat.
 

Op.81  
Op.82 Euterpe, Mazurka
Diese Mazurka erklang zum ersten Mal am Künstlerball im Sperl am 22. Januar 1860. „Euterpe“ ist der Name der griechischen Göttin der lyrischen Poesie und des lyrischen Gesangs. Das Werk erfreute sich grosser Beliebtheit und erklang noch oft in den folgenden Monaten. Dann aber fand es den Weg ins Archiv und geriet in Vergessenheit.
 
Op.83 Figaro-Polka
Anlass zur Namensgebung dieser Polka war die satirische Zeitschrift „Figaro“, welche wöchentlich erschien und sich einer grossen Leserschaft erfreute. Das Werk erklang erstmals an einem grossen Benefizball des Strauss-Brüder am 13. Februar 1860 im Sofiensaal.
 
Op.84 Cyclopen-Polka
Josef Strauss fand offenbar Gefallen an den griechischen Mythen, vermutlich inspiriert durch Jacques Offenbachs Operette "Orpheus in der Unterwelt", die zur Karnevalszeit im Jahre 1860 in Wien über die Bühne ging. Die drei Cyclopen, allesamt Söhne des Uranos, veranlassten den Komponisten zu dieser bemerkenswerten Polka. Die Uraufführung war für einen Benefizball am 20. Februar 1860 im Etablissement "Sperl" angekündigt. Aufgrund fehlender Erwähnung im Ballbericht, drängt sich die Vermutung auf, dass die Polka nicht wie geplant gespielt wurde. Erst neun Tage später erklang sie erstmals im Rahmen eines Konzerts im "Grossen Zeisig".
 
Op.85 Die Zufälligen, Walzer
Der Walzer entstand im Fasching 1860 und erklang offiziell erstmals am 13. Februar 1860 im Sofiensaal. Das Publikum war begeistert, und der Walzer blieb noch das ganze Jahr über im Programm. Über die Hintergründe der Namensgebung lässt sich nur spekulieren.
 
Op.86  
Op.87 Helden-Gedichte, Walzer
Zur feierlichen Enthüllung des berühmten Reiterstandbildes auf dem Heldenplatz, das von Anton Dominik Fernkorn geschaffen wurde und Erzherzog Carl zeigt, sollte die Strauss-Kapelle am 22. Mai 1860 im Volksgarten ein Festkonzert geben. Wegen des schlechten Wetters musste diese Veranstaltung auf den 25. Mai verschoben werden. Eigens zu diesem Anlass hat Josef Strauss zwei Kompositionen geschrieben: Den Erzherzog Carl-Marsch, op.86, und den Walzer Helden-Gedichte. Bedie erhielten grossen Applaus, doch schon bald verschwand der Walzer von der Bildfläche und galt als verschollen. Doch dank der Partiturabschrift eines Kopisten konnte die Orchesterfassung dieses Walzers rekonstruiert werden.
 
Op.88 Immergrün, Mazurka
Josef Strauss hat diese Mazurka für das Blumenfest geschrieben, welches am 19. Juni 1860 im Volksgarten stattfand. Es ist eine von zahlreichen Kompositionen, für die sich der Meister von einem Blumenmotiv inspirieren liess. Hier war es die Pflanze „Vinca Minor“, das so genannte „Gemeine Immergrün“, welches auch das Titelblatt der Klavierausgabe ziert.
 
Op.89 Mignon-Polka
Die kleine Polka erklang zum ersten Mal am 3. Juli 1860 im Volksgarten im Rahmen eines Benefizkonzertes. Inspiriert haben dürfte sich der Komponist von dem jungen Mädchen Mignon, einer Figur aus Goethes Roman „Wilhelm Meister“.
 
Op.90 Gruss an München, Polka
Als im August 1860 die neue Eisenbahnlinie von Wien nach München eröffnet wurde, organisierte man in Wien am 15. August 1860 einen grossen Festanlass im Augarten, welcher hiermit erstmals für eine solche Veranstaltung freigegeben wurde. Die Polka verschwand jedoch sehr bald wieder in den Regalen und wurde vergessen.
 
Op.91  
Op.92 Turner-Quadrille
Nach 1848 fand die Turnerbewegung ihren Weg nach Wien. Die Bevölkerung fand Gefallen an Bewegung und sportlicher Betätigung. Im vergnügungssüchtigen Wien wurde natürlich auch für dieses Thema eine Reihe von Festivitäten organisiert. So fand im Sommer 1866 ein Turnerfest statt, für welches Josef Strauss vermutlich diese Quadrille komponiert hat. Die Daten des Festes, an dem die Quadrille uraufgeführt wurde, sind nicht mit Sicherheit festgestellt. Man weiss jedoch, dass die Noten ab 11. Oktober 1860 erhältlich waren.
 
Op.93  
Op.94 Bellona, Mazurka
Namensgeberin der Mazurka ist die römische Kriegsgöttin Bellona, welche das Titelblatt der Klavierausgabe ziert. Die Uraufführung erfolgte am 5. Oktober 1860 beim Saison-Schlusskonzert im Volksgarten.
 
Op.95 Diana, Polka
Das Dianabad am Donaukanal war das bedeutendste Bad Wiens im 19. Jrh. und konnte ab 1860 in der Winterszeit in einen Ballsaal umgewandelt werden. Dazu gehörte auch ein Wintergarten, in welchem am 12. November 1860 das erste Konzert stattfand. Josef Strauss hat für diese Veranstaltung die Diana-Polka geschrieben, welche grossen Anklang fand.
 
Op.96 Sternschnuppen, Walzer
Anlässlich eines Festes zum Hernalser Kirchtag am 27. August 1860 komponierte Josef Strauss diesen Walzer. Es dürfte ein Sommer mit besonders vielen Meteoritenschauern gewesen sein, der den Komponisten zu diesem Werk anregte. Beim einem Novitätenkonzert im Volksgarten drei Tage später wurden die "Sternschnuppen" erneut aufgeführt und ebenfalls an einem Konzert in Ungers Casino im folgenden Oktober. Eine Kritik des Theaterblattes belegt, dass der Walzer von grosser Beliebtheit war.

 
Op.97 Debardeurs-Quadrille
Ursprünglich bezeichnete der Begriff „Debardeur“ einen Schiffsentlader. Später aber – v.a. in der Pariser Ballszene – nannte man so leicht bekleidete junge Frauen, welche mit knielangen Hosen und weit ausgeschnittenen Blusen ihre ganzen Reizen zeigten und an Bällen auftraten. Besonders im Dianabad wurden Bälle nach Pariser Vorbild veranstaltet, wo eben diese Debardeurs auftraten. Dazu passend hat Josef Strauss diese Quadrille komponiert, welche am 26. Januar 1861 uraufgeführt wurde.
 
Op.98 Schabernack-Polka
Einer Zeitungsannonce zufolge erklang die Polka an einem Volksgartenkakonzert am 3. Februar 1861. Vermutlich wurde das Werk jedoch kurz zuvor bereits an einem Ball aufgeführt. Jedenfalls fand die flotte Polka grossen Anklang und gehörte zu den bedeutendsten Kompositionen der Gebrüder Strauss des Jahres 1861.
 
Op.99 Zephir-Polka
Der Begriff „Zephir“ stammt aus dem Griechisch-Latienischen und bezeichnet auf dichterische Weise einen lauen Südwestwind. Entsprechend erklingt die liebliche Polka. Diese hat der Komponist für einen Strauss-Ball am 11. Februar 1861 im neuen Dianasaal komponiert.
 
Op.100 Die Kosende
Diese Mazurka ist ein weiteres Werk des Komponisten, welches eine Frauenfigur beschreibt. Diese Frauenfigur blickt auf dem Titelblatt aus einer Tür hervor. Das Werk erklang erstmals an eine Karnevals-Revue am 17. Februar 1861 im Volksgarten. Die Komposition blieb das ganze Jahr im Repertoire.
 
Op.101 Flammen, Walzer
Was die Hintergründe zur Idee des Walzers waren, ist leider nicht überliefert. Untypischerweise erklang der Walzer zum ersten Mal an der Karnevalsrevue am 17. Februar 1861 im Volksgarten. Normalerweise wurden an den Revuen alle Neukompositionen für die Faschingszeit noch mal zusammengefasst, wobei „Flammen“ wie erwähnt hier das Debut fand.
 
Op.102 Maskengeheimnisse, Walzer
Der Walzer hätte an einem Strauss-Ball am 5. Februar 1861 im Sofiensaal erstmals aufgeführt werden sollen, aber das Programm an dem Abend war so gross, dass nicht alle Neuheiten zur Aufführung kamen. So wurde der Walzer an der Karnevalsrevue im Volksgarten am 17. Februar 1861 gespielt.
 
Op.103 Fortunio-Magellone-Daphnis-Quadrille
Die Operetten von Jacques Offenbach erfreuten sich in Wien grosser Beliebtheit. Josef Strauss nutzte dies und komponierte mehrere Qudrillen mit Melodien aus Offenbachs Bühnenwerken. Als in Wien die Operetten "Meister Fortunio", "Die schöne Magellone" und "Daphnis und Chloe" gespielt wurden, erhielt Strauss aus dem Publikum mehrere Anregungen, er möge doch aus der Operette "Meister Fortunio" spielen. Da diese jedoch zuwenig Melodien hergab, bediente sich Strauss gleich der Musik aus allen drei Operetten und schrieb diese Quadrille an einem frühen Morgen in vier Stunden und schickte sie an seinen Verleger Carl Haslinger. Am 15. Mai 1861 erklang das Werk erstmals im "Grossen Zeisig" am Burgglacis.
 
Op.104  
Op.105  
Op.106 Blitz-Polka
Am 12. Mai 1861wurd im Wiener Prater ein Fest mit grossem Feuerwerk veranstaltet. Das das Wetter bestens mitspielte, war der Zuschauerstrom entsprechend hoch, gewannen doch die immer üppigeren Feuerwerksdarbietungen zunehmend an Beliebtheit. Josef Strauss nutzte diese Ansammlung von Menschen und konzertierte an jenem Abend im Prater. Dabei führte er seine "Blitz-Polka" auf, die - aufgrund des Anlasses - wohl nicht im Zusammenhang mit einem echten Gewitter, sondern viel eher in Anlehnung an die explodierenden Böllern am Himmel entstand. Doch an dem Abend richtete das Publikum seine ganze Aufmerksamkeit auf das Feuerwerk, somit fand die Polka kaum Beachtung.
 
Op.107  
Op.108  
Op.109 Die Soubrette, Polka
In der Zeit, als die Operette ihre Hochblüte feierte, verstand man unter einer Soubrette eine Tänzerin und Sängerin auf der Bühne. Zuvor stand der Begriff jedoch für ein kokettes Stubenmädchen, was auch das Titelblatt der Klavierausgabe verbildlicht. Möglicherweise wurde das Werk laut Aufzeichnungen des Komponisten am 8. August 1861 im Dommayer erstmals gespielt. Man geht davon aus, dass das Uraufführungsdatum der 6. August war, wo die Polka  an einem Konzert im Volksgarten dem Publikum zum ersten Mal vorgeführt wurde. Obschon das Werk sich ordentlicher Beliebtheit erfreut haben dürfte, wurde es bald von anderen Novitäten verdrängt.
 
Op.110  
   
Op.111 Die Sonderlinge
Für ein von Josef Strauss persönlich organisiertes Benefiz-Konzert im Etablissement Weghuber am 23. August 1861 komponierte er den Walzer „Die Sonderlinge“. Man weiss nicht, was der Grund für die Namensgebung des Walzers war. Nachdem er im Sommer und Herbst des genannten Jahres noch mehrmals gespielt wurde, geriet er allmählich in Vergessenheit.
 
Op.112 Faust-Quadrille
Nachdem Gounods Oper „Faust“ am 19. März 1859 in Paris mit grossem Erfolg uraufgeführt und schon bald ein Welterfolg geworden war, packte Josef Strauss die Gelegenheit beim Schopf, dem Wiener Publikum einen Vorgeschmack auf die Oper, welche ihren Weg auch nach Wien finden wird, zu geben. Anhand der in Paris erschienenen Klavierausgabe stellte er geschickt Themen aus der Oper zu einer Quadrille zusammen und präsentierte sie den Wienern zwei Monate vor der dortigen Uraufführung der Oper. Das Werk fand grossen Anklang und wurde oft gespielt.
 
Op.113  
Op.114

Die Zeisserln, Walzer
Dieser Walzer gehört zu einer Reihe von Kompositionen, welche Josef Strauss für die alljährliche Hernalser Kirchweih in Ungers Casino komponierte. Die Uraufführung fand am Abend des 26. August 1861 statt. Mit „Zeisserln“ sind die Zeisige gemeint, welche in der Gegend von Wien kaum vorkamen, weshalb das Publikum besonders begeistert gewesen sein dürfte, mit den Vögeln dafür auf musikalische Weise in Kontakt zu kommen. Somit erhielt die Komposition grossen Applaus und wurde von den Kritikern erfreut als besonders wienerisch eingestuft. In der Folge hielt sich der Walzer noch das ganze Jahr über im Repertoire. Die Orchesterpartitur ist heute verschollen, doch sind die Metallblätter des Verlegers Haslinger erhalten geblieben, welche er damals für die Verfielfältigung verwendete, und somit konnte die Orchesterversion glücklicherweise problemlos reproduziert werden.

 

Op.115  
Op.116 Hesperus-Ball-Tänze, Walzer
„Hesperus“ nannte sich eine Künstlergesellschaft in Wien. „Hesperus“ ist die lateinische Variante vom griechischen „Hesperos“, in der griechischen Mythologie ein Sohn der Titanin Eos. Sein Name steht im Sprachgebrauch für einen Abendstern (verwandt: Vesper). Dieser Gesellschaft gehörten die drei Strauss-Brüder an, welche selbstverständlich jeweils persönlich die Widmungswerke für die Anlässe widmeten. Im Jahre 1962 war es Josef, der dafür zuständig war. Für den Ball am 26. Februar 1862 im Dianasaal schrieb er diesen Walzer. Leider verschwand die Komposition schon bald von der Bildfläche und verstaubte in den Regalen des Archivs.
 
Op.117 Die Lachtaube, Mazurka
Die Mazurka wurde an einem Maskenball am 19. Februar 1862 im ausverkauften Theater an der Wien zum ersten Mal gespielt. Die Stimmung was dermassen ausgelassen, dass die Gäste nicht mal bemerkten, dass hier eine Novität erklang. Das geplante Datum der Uraufführung wäre der 22. Januar 1862 an einem Maskenball im Sofiensaal gewesen, aber hierbei fand Strauss keine Gelegenheit, die Komposition zu spielen. Die Mazurka konnte sich jedoch nur in diesem Jahr im Repertoire halten.
 
Op.118 Amazonen-Quadrille
Für die Bälle im Dianabadsaal hat der Veranstalter zeitweilig einige junge Mädchen engagiert, welche sich aufreizend als Amazonen verkleideten und unters Publikum mischten. Dies war der Anlass zur Komposition dieses Widmungswerkes für den Ball im Dianabad am 18. Januar 1862.
 
Op.119 Amaranth, Polka
Die Polka, welche einmal mehr nach einer Pflanze benannt ist, hat Josef Strauss für den Faschingsball vom 3. März 1862 im Dianasaal geschrieben. Die Uraufführung der Polka hat aber gemäss Aufzeichnungen bereits am 19. Februar bei einem Maskenball im Theater an der Wien stattgefunden.
 
Op.120 Die Tanz-Interpellanten, Walzer
Dieser Walzer entstand für die Festivitäten des Faschings im Jahre 1862. Es gibt keine Quelle, die das Uraufführungsdatum und den entsprechenden Anlass nennt. Auch den Beweggrund für die ungewöhnliche Namensgebung des Walzers ist unbekannt. Das Wort „Interpellant“ geht auf das lateinische Verbum „interpellere“ zurück. Unter einem Interpellanten versteht man in erster Linie jemanden, der in einem Parlament Fragen anbringt.
 
Op.121  
Op.122 Lieb’ und Wein, Mazurka
Diese Mazurka stand als Novität auf dem Programm für das Annenfest am 25. Juli 1862 im Etablissement Weghuber. Das Stück fand grossen Anklang. Die Klavierausgabe erhielt ein kunstvolles Titelblatt.
 
Op.123 Angelica-Polka
Josef Strauss spielte diese Polka erstmals am 1. Juni 1862 bei einem Konzert in der „Neuen Welt“ in Hietzing. Es ist keine besondere Begebenheit zur Wahl des Titels bekannt, denn eine Frau namens Angelica kommt in der Biographie des Komponisten nicht vor.
 
Op.124 Glückskinder, Walzer
Komponiert im Frühjahr 1862, sollte dieser Walzer anlässlich eines Benefiz-Konzerts der Strauss-Kapelle im ehemaligen Etablissement Weghuber aufgeführt werden. Wegen schlechter Witterung wurde das Konzert nicht durchgeführt. Der Komponist sparte sich den Walzer auf für den traditionellen Festanlass zum Namenstag der hl. Anna, dem "Annenfest", am 26. Juli im Garten des Etablissements Weghuber.
 
Op.125 Seraphinen-Polka
Inspiriert von den im alten Testament vorkommenden Seraphinen (Engelswesen mit sechs Flügeln) schrieb Josef Strauss diese Polka für ein Militärfest, welches am 21. Juli 1862 im Vergnügungspark „Neue Welt“ in Hietzing  abgehalten wurde. Die Komposition hielt sich zwar für einige Zeit im Repertoire und war beliebt, aber dennoch geriet sie später in Vergessenheit.
 
Op.126 Neue Welt-Bürger, Walzer
Bevor Josef Strauss im Sommer 1862 auf Geheiss der Mutter nach Pawlowsk reisen sollte, um seinen Bruder beim Konzertieren abzulösen, komponierte er für ein Fest im Vergnügungspark "Neue Welt" in Hietzing diesen Walzer. Das Parkfest fand am 27. Juli 1862 statt. Der Walzer war den vergnügungshungrigen Besuchern des Freizeitparks gewidmet und war sowas wie eine Abschiedkomposition für die bevorstehende Reise nach Russland.
 
Op.127 Vorwärts!, Polka
Die Polka spielte Josef Strauss im Russischen Pawlowsk im September 1862 zum ersten Mal auf, als er seinen Bruder Johann vertrat, welcher nach Wien zurückgereist war. Nach Josefs Rückkehr nach Wien erklang die Polka auch hier und kam im November 1862 bei Haslinger in den Druck.
 
Op.128 Freuden-Grüsse, Walzer
Am 9. November 1862 gab Josef Strauss ein Konzert im Sperl. Er war kurz zuvor aus Pawlowsk zurückgekehrt und war froh, wieder in seiner Heimatstadt zu sein. In Russland hat er die Freuden-Grüsse geschrieben, welche an dem genannten Konzert gespielt wurden. Der Walzer fand grossen Anklang und ist im Repertoire geblieben.
 
Op.129  
Op.130 Touristen-Quadrille
Die Infrastruktur und somit auch die Verkehrsanbindungen in ganz Europa machten Mitte 19. Jrh. rasante Fortschritte. Damit einhergehend nahm auch der Tourismus zu. Josef Strauss bediente sich bei dieser Quadrille diverser Volkslieder, welche er geschickt aneinanderreihte. Die Uraufführung fand am 26. Dezember 1862 im Volksgartensalon statt.
 
Op.131  
Op.132 Günstige Prognosen, Walzer
Für den Medizinerball am 20. Januar 1863 musste Josef Strauss für seinen erkrankten Bruder Johann einspringen und demzufolge auch die Widmungskomposition liefern. Dieser äusserst flotte Walzer mit seinen lieblichen Melodienfolgen fand einen aussergewöhnlich grossen Anklang. Das Motiv für die Namensgebung ist nicht überliefert und lässt bloss Vermutungen zu. Möglich wäre ein Bezug zu allfälligen „günstigen Prognosen“, welche die Mediziner, denen der Walzer gewidmet war, ihren Patienten stellen konnten. Es lag nie ein Druck des Walzers vor, aber glücklicherweise konnte er aufgrund einer Stichvorlage, welche sich erhalten hatte, originalgetreu reproduziert werden.
 
Op.133 Auf Ferienreisen, Polka
Die Polka war eine Widmungskomposition für den Studentenball, welcher am 11. Februar 1863 in den Redoutensälen der Hofburg abgehalten wurde. Josef Strauss liess sich dabei von gängigen Studentenliedern inspirieren und steuerte zudem eigene Melodien bei. Das flotte Werk erhielt grossen Beifall und wird auch heute noch gern gespielt.
 
Op.134 Patti-Polka
Die Italienerin Adelina Patti war eine begabte und berühmte Sängerin, die in ihren jungen Jahren vor allem in New York und London grosse Erfolge feierte. Ihr Debut in Wien im Februar 1863 war nicht weniger ruhmvoll. Ihr zu Ehren komponierte Josef Strauss eine Widmungspolka, welche am 15. März 1863 bei einem Konzert im Volksgarten uraufgeführt wurde. Sie fand Beifall und wurde mehrmals wiederholt. Als die Sängerin Wien jedoch wieder verliess, verschwand auch die Polka aus dem Repertoire.
 
Op.135  
Op.136 Sturmlauf („Turner-Polka“), Polka
Die Polka hat Josef Strauss dem Wiener Turnverein gewidmet, daher trägt sie auf manchen Auszügen die Bezeichnung „Turner-Polka“. Die Uraufführung erfolgte am 4. Februar 1863 am Turnerball im Dianasaal. Das Werk wurde mit Begeisterung aufgenommen.
 
Op.137 Sofien-Quadrille
Die Wiener Zeitung sagte die Novität für die Eröffnung der neu gestalteten Räume im Volksgarten am 13. Mai 1863 an. Die Sofien-Quadrille wurde zu Ehren der Erzherzogin Sophie von Bayern geschrieben, deren Namenstag der 15. Mai ist. Vermutlich wurde die Quadrille deswegen nicht an den Eröffnungsfeierlichkeiten aufgeführt. Die Erzherzogin nahm an dem Fest am 15. Mai jedoch nicht teil, was der Grund gewesen sein dürfte, dass die Quadrille nicht aufgeführt wurde. Sie erklang zum ersten Mal an einem Fest ebenfalls im Volksgarten am 12. Juni 1863.

 

Op.138 Victor-Marsch
Der Marsch war eine Widmung des Komponisten an Erzherzog Ludwig Victor, den jüngsten Bruder Kaiser Franz Josefs I., welcher vorerst ein angesehenes Familienmitglied war, sich später jedoch durch Eskapaden und Homosexualität unbeliebt machte und nach Salzburg ins Exil geschickt wurde. Geplant war die Uraufführung des Marsches für ein Konzert im Volksgarten am 13. Mai1863, fand aber erst am 12. Juni desselben Jahres ebenda statt. Der Victor-Marsch ist ein vergessenes Werk.
 
Op.139  
Op.140  
Op.141  
Op.142 Fest-Marsch
Als der landwirtschaftliche Verein von der Wiener Vorstadt Mödling im Herbst 1863 eine riesige Ausstellung für das Land Niederösterreich organisierte, war der Andrang gross. Denn die technischen und agrarwissenschaftlichen Fortschritte, die dort gezeigt wurden, stiessen auf grosses Interesse. Die Eröffnung der Ausstellung am 6. September 1863 war sehr festlich. Passend dazu schrieb Josef Strauss den Fest-Marsch, welcher an jenem Tag seine Uraufführung erlebte.
 
Op.143 Associationen, Walzer
Als Josef Strauss 1863 die Leitung der Faschingsbälle für seinen krankgeschriebenen Bruder Johann übernahm, musste er die vertraglich festgelegten Widmungskompositionen innert kürzester Zeit bereitstellen. Am 21. Januar 1863 erklang der Associationen-Walzer am Industriellenball in den Redoutensälen. Das Publikum war begeistert und verlangte eine Wiederholung.
 
Op.144 Die Schwätzerin, Mazurka
Die Uraufführung dieser amüsanten Mazurka erfolgte am 17. Juni 1863 bei einem Konzert im Sperl im heutigen 2. Bezirk. Das Werk ist auch heut noch ein oft gespieltes. Was oder wen Josef Strauss mit der „Schwätzerin“ meinte, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Auf dem Titelblatt des Klavierauszuges ist eine junge Frau mit einem Papagei abgebildet.
 
Op.145 Cabriole, Polka
Eine "Cabriole" nannte man den gekonnten Sprung durch einen Reifen. So eine Szene ist auf dem Titelblatt der Notenpartitur dieser durch und durch lebhaften Polka zu sehen. Josef Strauss führte diese Komposition zum ersten Mal an einem Benefiz-Konzert am 3. August 1863 in der "Neuen Welt" in Hietzing auf.
 
Op.146 Deutscher Union-Marsch
In den Tagen vom 16. bis 19. Oktober 1863 fand die Legendäre Völkerschlacht bei Leipzig statt. Es war bis zum Ersten Weltkrieg die grösste Schlacht in der Geschichte der Menschheit. Die Truppen Kaiser Napoleons kämpften gegen diejenigen der verbündeten Reiche Russland, Preussen und Österreich. Rund 510'000 Soldaten wirkten bei der Schlacht mit, von denen mindestens 110'000 ihr Leben verloren. Napoleons Heer wurde entscheidend geschlagen. Zur Erinnerung an diesen Triumph fand am  17. August 1863 im Volksgarten ein festliches Konzert statt. Somit ist der Titel des Walzers, welcher Josef Strauss für dieses Konzert komponiert hat, selbstredend. Wie der parallel geschaffene Walzer „Deutsche Sympathien“ erntete der Marsch Beifall. Er geriet jedoch bald in Vergessenheit.
 
Op.147  
Op.148  
Op.149 Deutsche Sympathien, Walzer
In den Tagen vom 16. bis 19. Oktober 1813 fand die Legendäre Völkerschlacht bei Leipzig statt. Es war bis zum Ersten Weltkrieg die grösste Schlacht in der Geschichte der Menschheit. Die Truppen Kaiser Napoleons kämpften gegen diejenigen der verbündeten Reiche Russland, Preussen und Österreich. Rund 510'000 Soldaten wirkten bei der Schlacht mit, von denen mindestens 110'000 ihr Leben verloren. Napoleons Heer wurde entscheidend geschlagen. Zur Erinnerung an diesen Triumph fand am  17. August 1863 im Volksgarten ein festliches Konzert statt. Somit ist der Titel des Walzers, welcher Josef Strauss für dieses Konzert komponiert hat und der sehr grossen Applaus erntete, selbstredend.
 
Op.150  
Op.151 Fantasiebilder, Walzer
Der Walzer war eine Widmungskomposition für den Medizinerball am 11. Januar 1864 im Sofiensaal, bei welchem Josef Strauss alleine aufspielte. Die gedruckte Ausgabe war wörtlich den Hörern der Medizin an der Hochschule Wien gewidmet.
 
Op.152  
Op.153 Petitionen, Walzer
Widmungskompositionen für Gesellschaftsbälle waren zu der Zeit üblich. Vor allem Johann Strauss war hier eifrig. Als Johann jedoch aus gesundheitlichen Gründen das Komponieren vorübergehend unterliess, kümmerte sich Josef um die Widmungen. Er hat „Petitionen“ den Studenten der Rechtswissenschaft gewidmet. Aufgeführt wurde der Walzer am 18. Januar 1864 am Juristenball im Sofiensaal und erhielt grossen Beifall.
 
Op.154 Lebensgeister, Polka
Diese Polka war eine Widmungskomposition für den Studentenball am 31. Januar 1864 im Redoutensaal. Josef Strauss hat dieses reizende Stück Eleonore Fürstin von und zu Schwarzenberg gewidmet.
 
Op.155 Die Gazelle, Mazurka
Josef Strauss holte sich die Inspiration zur Namensgebung dieser Polka von dem afrikanischen Tier, welches damals freilich höchstens vom Tiergarten her bekannt war. Die Polka wurde für die Faschingszeit des Jahres 1864 geschrieben.
 
Op.156 Die Clienten, Walzer
Am 2. Februar 1864 veranstaltete der Unterstützungsverein der juristischen Fakultät an der Universität, welcher zum Ziel hat, mittellose Studenten zu unterstützen, ein Faschingsfest im Sofiensaal. Zu diesem Anlass schrieb Josef Strauss diesen Walzer. Einen Monat zuvor hat er für den Juristenball den Walzer „Petitionen“ Op.153 komponiert. Beide Werke waren in diesem Jahr regelmässig im Programm.
 
Op.157 Herold-Quadrille
Die Herold-Quadrille war eine von Josef Strauss’ Novitäten, welche am Maskenball vom 23. Januar 1864 im Sofiensaal aufgeführt wurden. Josef Strauss hat diesen Ball zusammen mit seinem Bruder Eduard organisiert. Johann war merkwürdigerweise nicht von der Partie, obwohl er zu der Zeit in Wien war.
 
Op.158 Die Industriellen, Walzer
Seit 1861 fand in den Redoutensälen alljährlich der Ball der Industriellen statt. Dabei bildeten hauptsächlich die Repräsentanten aus der Banken- und Eisenbahnwelt zur Trägerschaft. Für den Ball von 1864, welcher am 19. Januar stattfand,  komponierte Josef Strauss den Widmungswalzer „Die Industriellen“.
 
Op.159 Gablenz-Marsch
Der Marsch war ein Widmungswerk für Ludwig Freiherr von Gablenz, welcher bei einem Feldzug in Norddeutschland das 6. Armeekorps leitete. Der Marsch wurde am 3. April 1864 im Volksgarten uraufgeführt. Wegen des wenig ruhmvollen Selbstmord nach dem Börsenkrach von 1873 konnte sich der Gablenz-Marsch nicht behaupten und verschwand bald darauf in den Regalen.
 
Op.160 Abendstern-Polka
Die Gebrüder Strauss gehörten alle drei der Hesperus-Vereinigung an (Vereinigung von Künstler diverser Sparten). Diese Vereinigung traf sich jährlich zu einem fröhlichen Fest. Für das Treffen am 3. Februar 1864 im Dianasaal schrieb Josef Strauss diese Polka, welche regen Beifall erntete und sich danach im Repertoire halten konnte.
 
Op.161  
Op.162 Die Zeitgenossen, Walzer
Der Komponist hatte das neue Werk schon mehrmals angekündigt, es dann aber doch nicht aufgeführt. Möglicherweise fand er jeweils den Zeitpunkt unpassend, da das Volk sich eher auf politische Ereignisse konzentrierte als sich mit Konzert- und Ballaktivitäten beschäftigte. Als sich die Lage etwas beruhigt hatte, nutzte Josef Strauss das für den 5. Juli 1864 geplante Benefizkonzert im Volksgarten zur endlichen Uraufführung des Walzers. Der Erfolg des Werkes war gross, und es wurde in der Folge noch oft gespielt.
 
Op.163  
Op.164  
Op.165  
Op.166  
Op.167 Arabella-Polka
igentlich hätte die Polka am 2. August 1864 in der „Neuen Welt“ in Hietzing erstmals aufgeführt werden sollen. Quellen aber belegen, dass die Polka erst am 19. August 1864, ein Tag nach dem Geburtstag Kaiser Franz Josephs, an einem Konzert im Volksgarten gespielt wurde. Das Werk trägt keine Widmung, wie man vorerst vermuten würde.

 

Op.168 Les Géorgiennes, Quadrille
Jacques Offenbachs komische Oper „Les Géorgiennes“ kam nach ihrem grossartigen Erfolg in Paris auch nach Wien. Unter dem übersetzen Namen „Die schönen Weiber von Georgien“ wurde das Bühnenwerk am 5. Oktober 1864 im Carl-Theater aufgeführt und zog vergleichbaren Erfolg nach sich. Jose Strauss reagierte sofort und stellte eine Quadrille mit den wichtigsten Melodien aus der Operette zusammen. Diese wurde kurz darauf, am 9. Oktober 1864, bei einem Konzert im Dianasaal aufgeführt und blieb lange Zeit im Repertoire.
 
Op.169  
Op.170 Sport-Polka
Mitte 19. Jrh. setzte sich in Österreich die Turnerbewegung durch, welche von Deutschland ausging. So wurde es Mode, dass man sich bewegte und entsprechende Anlässe organisierte. Die Sport-Polka erklang zum ersten mal an Josef Strauss’ Abschiedsfeier am 9. Oktober 1864 im Dianasaal, bevor der Komponist auf Gastspielreise nach Breslau ging.
 
Op.171 Einzugs-Marsch
Ein Zwist zwischen Dänemark, Preussen und Österreich wurde am 30. Oktober 1864 vertraglich niedergelegt. Zwar ging Preussen dabei als Sieger hervor, doch die österreichischen Truppen haben sich tapfer geschlagen. Für deren Rückkehr wurde im Volksgarten am 6. Dezember 1864 ein Konzert veranstaltet, und Josef Strauss komponierte dafür einen Einzugsmarsch. Nach der Erstaufführung wurde der Marsch nur noch selten gespielt und geriet praktisch in Vergessenheit.
 
Op.172 Herztöne, Walzer
Das Werk war ein Widmungswalzer, den Josef Strauss für den traditionellen Medizinerball geschrieben hat, welcher am 17. Januar1865 im Sofiensaal abgehalten wurde. Bereits sein Vater Johann hatte 1847 einen Walzer gleichen Namens geschrieben, welcher ebenfalls für den Medizinerball gedacht war.
 
Op.173 Dynamiden (Geheime Anziehungskräfte), Walzer
Physikalisch gesehen bezeichnen Dynamiden in etwa die Bausteine, aus denen ein Atom besteht. Der Zusammenhang zwischen dieser physikalischen Erklärung und dem Alternativtitel „Geheime Anziehungskräfte“ geht wohl auf eine Interpretation des Komponisten zurück. Die Atomphysik dürfte auf Josef Strauss als gelernter Ingenieur nach wie vor eine grosse Faszination ausgeübt haben. Jedenfalls ist der Dynamiden-Walzer eines der schönsten und exklusivsten Werke, die Josef Strauss geschrieben hat. Es war das Widmungswerk für den Industriellenball in den Redoutensälen und wurde da am 30. Januar 1865 uraufgeführt.
 
Op.174  
Op.175  
Op.176  
Op.177 Frisch auf!, Mazurka
Die Mazurka war ein Widmungswerk für den Maskenball, welcher am 9. Februar 1865 im Sofiensaal ab gehalten wurde. Da aber Josef Strauss aus gesundheitlichen Gründen in diesem Fasching nur stark reduziert dirigieren konnte, fand die Erstaufführung des Werkes Aufzeichnungen zufolge erst an der Karnevalsrevue vom 5. März 1865 im Volksgartensalon statt.
 
Op.178 Gedenkblätter, Walzer
Der Walzer war eine Widmungskomposition für den Studentenball am 20. Februar 1865 in den Routensälen. Bei dem Werk orientierte sich der Komponist an Studenten- und Volksliedern, deren Melodien er einband.
 
Op.179 Schlaraffen-Polka
Die Polka hat der Komponist für einen Benefizball am 17. Februar 1865 im Sperl geschrieben. Die Polka beschreibt das süsse Nichtstuer-Leben im Schlaraffenland. die Klavierpartitur wurde im April 1865 veröffentlicht, die Orchesterausgabe jedoch erst im Januar 1866.
 
Op.180 Causiere-Polka
Diese muntere Polka wurde am 27. Februar 1865 bei einem Benefizball der drei Strauss-Brüder im Sperl uraufgeführt. Zu dieser Zeit war der Komponist allerdings gesundheitlich sehr angeschlagen, weshalb er möglicherweise die Polka nicht persönlich dirigieren konnte.
 
Op.181 Springinsfeld, Polka
Für den Begriff „Springinsfeld“ gab es zahlreiche Auslegungen und Interpretationen. Welche für Josef Strauss massgebend war, weiss man nicht. Jedenfalls ist auf dem Titelblatt der Klavierpartitur ein junger Mann abgebildet, der mit einem Mädchen an der Hand fröhlich durch die Natur schreitet. Am 28. Mai 1865 spielte Josef Strauss die Polka zum ersten Mal in der „Neuen Welt“ in Hietzing. Die erste offizielle Aufführung in der Öffentlichkeit fand das Werk bei einem Frühlingsfest am 30. Mai 1865 im Volksgarten.
 
Op.182 Mailust, Polka
Wie zahlreiche andere Komponisten hat auch Josef Strauss dem Wonnemonat Mai eine Komposition gewidmet. Die Polka versprüht Fröhlichkeit und Lebenslust. Ihre Erstaufführung erfolgte am 21. Mai 1865 im Volksgarten. Aufgrund des grossen Anklangs war die Klavierpartitur bereits im Juli erhältlich.
 
Op.183 Stiefmütterchen, Mazurka
Josef Strauss hat mehrere Werke geschrieben, zu deren Titel eine Blume Pate stand. Diese Mazurka hier gehört von all diesen zu den bedeutendsten und musikalisch wertvollsten. Uraufgeführt wurde das Werk bei einem von Josef Strauss persönlich organisierten Benefizkonzert im Volksgarten am 7. Juli 1865.
 
Op.184 Transactionen, Walzer
Ob dieser Walzer mit Börsengeschäften etwas gemeinsam hat, ist nicht klar. Das Titelblatt der Notenausgabe zeigt Amor, der die Hände zweier Liebenden zusammenführt. Als Josef Strauss diesen Walzer schrieb, war er stark gezeichnet von seinem Kopfleiden und musste einen Urlaub antreten. Vor seiner Abreise führte er diesen bezaubernden Walzer, am 2. August 1865, im Volksgarten auf.
 
Op.185  
Op.186

Prinz Eugen-Marsch
Im Zuge der Errichtung der Neuen Hofburg ordnete Kaiser Franz Joseph die Errichtung von zwei grossen Reiterstandbildern auf dem neuen Heldenplatz vor der Neuen Burg. Mit dieser grossen Aufgabe wurde Anton Fernkorn betraut. Eines der Denkmäler sollte Erzherzog Carl zeigen, das andere Prinz Eugen von Savoyen. Letzteres wurde am 18. Oktober 1865 feierlich enthüllt, wenn auch mit Verspätung. Josef Strauss zelebrierte die Enthüllung des Denkmals bereits vorzeitig mit diesem Marsch, den er bereits zehn Tage zuvor, am 8. Oktober 1868, im Volksgarten aufführte. Dem Marsch liegen Melodien zugrunde, welche bereits früher bekannt waren, deren wirklicher Ursprung heute jedoch nicht mehr bekannt ist.

 

Op.187 Flick und Flock-Quadrille
Am 15. Februar 1862 wurde in Mailand das Zauberballett „Flick und Flock“ von Paul Taglioni uraufgeführt. Das Stück war sehr erfolgreich, fand den Weg auf zahlreiche europäische Bühnen und war in Wien bereits vor der ersten Aufführung am 4. Oktober 1865 im Kärntnertortheater in aller Munde. Josef Strauss fasste die wichtigsten Melodien aus dem Ballett in dieser Quadrille zusammen und spielte diese erstmals am 1. Oktober 1865 im Volksgarten. So hatte das Publikum schon mal einen Vorgeschmack des Balletts erhalten, welches drei Tage später aufgeführt wurde.
 
Op.188  
Op.189 Heilmethoden, Walzer
Der Walzer war die Widmungskomposition für den Medizinerball vom 16. Januar 1866 im Sofiensaal. Das Fest war sehr gut besucht, und der Walzer war ein grosser Erfolg. Schon nach drei Tagen erschien die Klavierausgabe im Handel.
 
Op.190 Pauline, Polka
Der Industriellen-Ball, welcher am 28. Januar 1866 in den Redoutensälen angehalten wurde, stand unter dem Protektorat von Fürstin Pauline Metternich-Winneburg, ehemals Gräfin Sandor. Sie war die Ehefrau des österreichischen Botschafters in Paris, Richard Fürst Metternich-Winneburg. Ihr zu Ehren verfasste Josef Strauss diese Polka, welche aber nicht lange im Programm der Strauss-Kapelle blieb.
 
Op.191  
Op.192 Die Spinnerin, Polka
Diese Polka war eines von zehn Werken von Josef Strauss, welche an der Karnevalsrevue am 18. Februar im Volksgarten aufgeführt wurden. Darunter befand sich diese Polka, deren Klavierausgaben jedoch bereits am 5. Februar erhältlich war. Die Polka war ein sehr grosser Erfolg.
 
Op.193 For Ever, Polka
Wieso der Komponist untypischerweise einen englischen Titel für diese Polka gewählt hat, ist unbekannt. Jedenfalls hat er sie für einen Benefizball geschrieben, welcher am 29. Januar 1866 im Sofiensaal stattfand. Die Polka konnte sich neben den zahlreichen anderen Neuheiten der Strauss-Brüder in dieser Saison nicht durchsetzen.
 
Op.194 Expensnoten, Walzer
Josef Strauss hat diesen Walzer für den Juristenball am 23. Januar 1866 komponiert. Der Titel bezeichnet anders ausgedrückt die Rechnungen, welche die Juristen ihren Mandanten ausstellen.
 
Op.195 Thalia, Mazurka
Die Uraufführung dieser Polka wäre für den Hesperus-Ball am 4. Februar 1866 im Dianasaal vorgesehen gewesen. Josef Strauss spielte sie jedoch bereits am 7. Januar 1866 bei einem Maskenball im Sperl. die Druckausgabe war ab 17. Februar 1866 erhältlich.
 
Op.196  
Op.197 Helenen-Walzer
Am 16. Januar 1866 organisierte Baron Sina in seinem Palais am Hohen Markt einen grossen Ball. Eigens dafür schrieb Josef Strauss den Helenen-Walzer, welcher der Frau des Barons, Freifrau Helen von Sina, gewidmet war. Der Walzer war eines der wichtigsten Meisterwerke des Jahres.
 
Op.198 Vereins-Lieder, Walzer
Wie der Titel gleich vermuten lässt, handelt es sich hier abermals um einen Widmungswalzer. Die Adressaten sind die Wiener Studenten, für die im Fasching 1866, am 6. Februar, im Redoutensaal ein grosser Ball veranstaltet wurde, bei dem die Strauss-Kapelle aufspielte. Trotz des Erfolges des Walzers geriet dieser in Vergessenheit, da man im Sommer selben Jahres nach der Niederlage Österreichs gegen Preussen nicht zum Tanzen aufgelegt war. Als die Amüsier-Laune wieder zurückkehrte, schenkte man die Aufmerksamkeit den neuen Walzern der Strauss-Familie. So verstaubten die Vereins-Lieder in den Regalen.
 
Op.199  
Op.200 Carrière-Polka
Die Carrière (Karriere) bezeichnet die schnellste Gangart des Pferdes und ist dementsprechend ein lebendiges Werk. Die Uraufführung fand am 4. Juli 1866 im Volksgarten statt, einen Tag nach der Niederlage der österreichischen Armee bei Königgrätz.  Denkbar gedrückt war da die Stimmung der Bevölkerung, welche sich daher kaum von der Polka mitreissen liess. So konnte sich das Werk nicht halten.
 
Op.201  
Op.202 Die Marketenderin, Polka
Neben dieser Polka hat Josef Strauss auch eine Mazurka geschrieben, deren Betitelung die Marketenderin Patin stand. Diese Mazurka kam jedoch nicht in den Verlag und gilt daher als verschollen. An eine Marketenderin (Händlerin, welche die Kriegstruppen auf ihren Kampfzügen begleitet) dachte der Komponist wohl aufgrund der damaligen politischen Lage, in der die Österreichischen Truppen aufmarschierten und sich auf die bevorstehenden Kämpfe vorbereiteten. Im Juni 1866 spielte Strauss diese Polka im Volksgarten.
 
Op.203 Schwalbenpost, Polka
Die geplante Uraufführung der Polka am 31. Juli 1866 im Volksgarten fand wegen schlechten Wetters nicht statt. Daher wich man auf das Alternativdatum des 2. August 1866 aus. Wie der Titel bereits erahnen lässt, handelt es sich um eine flotte Polka. Passend ist auf dem Titelblatt des Klavierausgabe eine Schwalbe skizziert.
 
Op.204  
Op.205 Genien-Polka
Die Polka war bereits im Sommer 1866 komponiert worden, jedoch nicht aufgeführt, da die Kaiserstadt nach der Niederlage Österreichs gegen Preussen nicht zum Frohlocken aufgelegt war. Konzerte und Theatervorführungen wurden kaum besucht. Als am 11. September 1866 im Volksgarten ein Fest veranstaltet wurde, packte Josef Strauss die Gelegenheit beim Schopf und spielte die Genien-Polka, welche allerdings als Klavierpartitur bereits am 31. August 1866 zu kaufen war. Die Polka wär später ein fast vergessenes Werk.
 
Op.206 Blaubart-Quadrille
In den 60er Jahren des 19. Jhr. Jacques Offenbach sehr produktiv, und seine Operetten fanden den Weg auf die Wiener Bühnen. Josef Strauss nutzte fast jede Wiener Neuaufführung Offenbachs, um die beliebtesten Melodien daraus in einer Quadrille zusammenzufassen und dem Publikum zu präsentieren. Die Operette Blaubart an sich löste in Wien nicht die Erwartete Begeisterung aus. Josef Strauss schaffte es mit seiner Quadrille jedoch, dass sich die Melodien aus der Operette in der Kaiserstadt halten konnten. Im September 1866 wurde die Quadrille veröffentlicht und oft gespielt.
 
Op.207  
Op.208 Etiquette, Polka
Die erhabene Polka entstand kurz nach der schweren Niederlage Österreichs bei Königgrätz. Die Stimmung in der Bevölkerung war dementsprechend schlecht. Daher ist es eine auf den Zeitpunkt bezogen eher unpassende Komposition. Und was Josef Strauss mit dem Titel ausdrücken wollte, weiss man auch nicht genau. Die Uraufführung der Polka fand am 18. November 1866 im Volksgarten statt.
 
Op.209  
Op.210  
Op.211  
Op.212  
Op.213  
Op.214 Marien-Klänge, Walzer
Widmungsträgerin dieses Walzers ist Fürstin Marie von Kinsky-Liechtenstein, welche das Protektorat über den Industriellenball am 10. Februar 1867 in den Redoutensälen der Hofburg übernommen hatte. Daher auch der Name „Marien-Klänge“. Die erste Aufführung war rein konzertantisch, und erst bei der zweiten wurde dazu getanzt. Obschon der Walzer vorerst keine herausragende Kritik erhielt, gilt er heute als eines der bedeutendsten und gelungensten Werken Josef Strauss’.
 
Op.215 Arm in Arm, Polka
Die neue Komposition war für einen Maskenball am 16. Februar 1867 im Sofiensaal angekündigt worden, die Erstaufführung hat aber erst am 20. Februar stattgefunden. An der Karnevalsrevue erklang sie erneut und konnte sich als eines der bedeutendsten Werke Josef Strauss’ selbst neben den anderen grossen Neuheiten der Saison wie „An der schönen blauen Donau“ oder „Delirien“ behaupten.
 
Op.216  
Op.217 Gnomen-Polka
Die Polka fand im Rahmen eines Maskenballs im Sofiensaal am 20. Februar 1867 ihre Erstaufführung. Das Charakterstück beschreibt eine eifrig arbeitende Zwergenschar. Josef Strauss dürfte seine Inspirationen dazu aus Wagner „Nibelungenring“ geholt haben, obwohl die Musik bei Strauss bedeutend fröhlicher ist.
 
Op.218 Wiener Leben, Polka
Die Polka hat Josef Strauss für einen grossen Maskenball im Etablissement Schwender geschrieben, welcher unter dem Motto „Wiener und Pariser Leben“ stand. DieBälle bei Schwender waren jeweils sehr gut besucht, und die grossen Räumlichkeiten boten mehreren tausend Personen Platz. Das Werk erhielt vorerst keine besondere Aufmerksamkeit, aber später tauchte es immer wieder in den Programmen auf.
 
Op.219 Allerlei, Polka
Die Polka wurde für den traditionellen Concordia-Ball am 12. Februar 1867 im Sofiensaal komponiert. Das Musikprogramm an jenem Abend war sehr reichhaltig, wobei neben Strauss-Musik auch Werke von Schubert, Friedrich von Flotow und weiteren erklangen.
 
Op.220  
Op.221 Die Windsbraut, Polka
Die flotte Polka schrieb Josef Strauss für einen Benefiz-Maskenball im Etablissement Schwender am 4. Februar 1867 und sorgte damit für heitere Stimmung. Doch obschon das Publikum Wiederholungen der Polka verlangte, wurde das Werk darauf so gut wie vergessen. Eine „Windsbraut“ ist aus der dichterischen Sprache übersetzt soviel wie ein Sturm.
 
Op.222 Studententräume, Walzer
Für den traditionellen Studentenball am 25. Februar 1867 in den Redoutensälen der Hofburg komponierte Josef Strauss dieses Widmungswerk. Zwar konnte es sich gegen die anderen Novitäten an jenem Abend nicht durchsetzen, hielt sich aber dennoch für einige Zeit in den Programmen späterer Strauss-Konzerte.
 
Op.223 Die Grossherzogin von Gerolstein, Quadrille
Als Jacques Offenbachs erfolgreiche Operette in Wien aufgeführt werden sollte, machte sich Josef Strauss eilig daran, dafür eine Quadrille zu schreiben und sich von dem grossen Erfolg der Wiener Uraufführung der Operette am 13. Mai 1867 im Theater an der Wien ein Stück abzuschneiden. Seine Quadrille erklang zum ersten Mal am 7. Juni im Volksgarten.
 
Op.224 Crispino-Quadrille
Im Mai 1867 wurde im Hofoperntheater am damaligen Kärntnertor die Oper "Crispino e la Comare" von Luigi und Frederico Ricci aufgeführt. Zwar genoss die Oper in Wien nicht annähernd denselben Erfolg wie an ihrer Uraufführung anno 1850 in Venedig, aber dennoch verfasste Josef Strauss eine Quadrille mit Motiven aus der genannten Oper. Die Uraufführung fand entweder am 17. oder 22 Mai 1867 statt (aufgrund unterschiedlicher Notizen) - wohl an einem Konzert im Volksgarten. Die Quadrille hielt sich einige Zeit im Repertoire, verschwand aber bald von der Bildfläche... wie auch die Ricci-Oper.
 
Op.225  
Op.226 Krönungslieder, Walzer
Im Juni 1867 wurden Kaiser Franz Josef I. und seine Frau Elisabeth von Bayern in Budapest zum Ungarischen Königspaar gekrönt. Die Feierlichkeiten dauerten drei Tage lang. Dieses Ereignis war für Josef Strauss Anlass, den Krönungslieder-Walzer zu schreiben, welcher am 21. Juni 1867 im Volksgarten erstmals gespielt wurde.
 
Op.227 Die Tänzerin, Polka
Dieses liebliche Stück wurde vermutlich am 2. Juni 1867 in der „Neuen Welt“ in Hietzing erstmals aufgeführt an einem Parkfest, welches von Carl Schwender organisiert worden war. Die Polka hielt sich allerdings nur in jenem Sommer im Programm, verschwand danach und wurde gänzlich vergessen.
 
Op.228 Victoria, Polka
Die Polka ist ein Widmungswerk an das ehemalige Hotel Victoria auf der Wieden. Das Hotel war zu damaliger Zeit ein beliebter Treffpunkt von Künstlern und Austragungsort zahlreicher Sommerkonzerte. Leider wurde das Gebäude um 1920 demoliert. die Uraufführung der Polka fand am 27. Juni 1867 statt.
 
Op.229 Nachtschatten, Mazurka
Der Nachtschatten-Strauch war das Motiv zur Namensgebung dieser Mazurka. Die Früchte des Strauches sind dunkel, und so einen Eindruck machen auch die grösstenteils schwermütigen Melodienfolgen des Stückes. Die Erstaufführung erfolgte an einem Konzert im Volksgarten am 5. Juli 1867.
 
Op.230  
Op.231  
Op.232  
Op.233 Lock-Polka
Josef Strauss präsentierte dem Publikum seine neue Lock-Polka erstmals am 5. Februar 1868 in den prachtvoll geschmückten Blumensälen. Die Räume waren voll besetzt, und die Polka wurde mit Begeisterung vom Publikum aufgenommen. Im Folgejahr fand sich die Polka sogar unter den Werken, welche auf Josefs Reise nach Pawlowsk mit seinem Bruder Johann in der dortigen Vauxhall aufgeführt wurden.
 
Op.234 Tanzadressen an die Preisgekrönten, Walzer
Der Walzer war eine Widmungskomposition für den Industriellenball vom 2. Februar 1868 in den Redoutensälen. Das Werk galt in erster Linie den preisgekrönten Industriellen Österreichs. Laut Zeitungsberichten war selbst der Kaiser persönlich an der Veranstaltung zugegen. Der Walzer wurde mit Begeisterung aufgenommen.
 
Op.235  
Op.236  
Op.237

Galoppin-Polka
Diese Polka befand sich unter den Novitäten, welche Josef und Eduard Strauss für den traditionellen Wohltätigkeitsball in dem Blumensälen der Wiener Gartenbaugesellschaft an der Ringstrasse am 13. Februar 1868 geschrieben haben. Unter einem Galoppin verstand man einen jungen Mann, der eifrig mit Börsennachrichten hin und her rannte, und je schneller er diese übermittelte, desto höher fiel sein Trinkgeld aus. Dieser Service ersetzte damals die spätere Telekommunikation. Die Zeit der Galoppine war zwar wegen Neuerungen bald vorbei, aber dennoch versäumte es Josef Strauss nicht, ihnen diese sehr lebendige Komposition zu widmen. Die Polka erntete lautstarken Applaus. Laut der Aufzeichnung eines Orchestermitgliedes wurde die Galoppin-Polka bereits am 12. Februar an einem Maskenball im Sofiensaal gespielt, der Komponist nennt aber ersteres Datum als offiziellen Tag der Uraufführung.

 

Op.238 Tanz-Regulator, Polka
Für ein Fest der Studierenden der technischen Hochschule am 22. Januar 1868 schrieb Josef Strauss diese Polka. Als studierter Ingenieur muss er ja das Gespür dafür gehabt haben, was einem technisch Interessierten gefallen mochte. Deshalb war diese Polka so arrangiert, dass sie mit gezieltem Einsatz der Schlaginstrumente eine Mechanische Konstruktion imitiert, welche den Tanz „regulieren“ sollte. Das Werk wurde von den Gästen mit Beifall und der Nachfrage nach Wiederholung quittiert.
 
Op.239 Wiener Stimmen, Walzer
Am 11. Februar 1868 fand in den Redoutensälen der letzte der traditionellen Bürgerbälle statt. Es war dies eine Veranstaltung sie seit der Biedermeierzeit regelmässig abgehalten wurde. Da dies langsam aber sicher nicht mehr zeitgemäss war, setzte man der Tradition mit dem genannten Bürgerball ein Ende. Kaiser Franz Josef persönlich erschien mit seinem Vater Erzherzog Franz Karl am Ball. Die Strauss-Kapelle sorgte für die musikalische Unterhaltung. Eigens zu diesem Ereignis hat Josef Strauss „Wiener Stimmen“ komponiert.
 
Op.240 Eingesendet, Polka
Für den traditionellen Concordiaball im Sofiensaal am 4. Februar 1868 trugen alle drei Strauss-Brüder ein Widmungswerk auf. Die Polka „Eingesendet“ fand von allen drei den grössten Anklang, und sie triumphierte auch an der Karnevalsrevue über die anderen Kompositionen.
 
Op.241  
Op.242 Hochzeitsklänge, Walzer
Der Walzer erklang erstmals am 1. März 1868 an einem Konzert in den Blumensälen der Gartenbaugesellschaft. Josef Strauss hat das Werk König Georg V. von Hannover gewidmet, welcher nach der Besetzung seines Landes durch Preussen nach Wien ins Exil gegangen war und sich unter dem Namen „Herzog von Cumberland“ im gleichnamigen Palais in Penzing niederliess. Anlass zur Komposition und Widmung des Werkes was das silberne Hochzeitsjubiläum des Herzogs mit seiner Frau Marie von Altenburg.
 
Op.243 Disputationen, Walzer
Der Walzer wurde für den alljährlichen Studentenball geschrieben, welcher im Fasching 1868, am 18. Februar, in den Redoutensälen der Hofburg uraufgeführt wurde. Was den Komponisten zur Namensgebung bewogen hat, ist nicht bekannt. Aber Disputationen (=Streitgespräche) können mit etwas Phantasie durchaus mit dem Studentenleben assoziiert werden.
 
Op.244 Margherita-Polka
Das der Grund für  diese Komposition eine Person war, steht auf der Hand geschrieben. In diesem Fall war es Prinzessin Margherita von Genua, welche am 22. April 1868 Prinz Umberto von Italien heiratete. Josef Strauss hat wohl keine Möglichkeit gefunden, dem neuen Paar die Polka vorzuführen, weshalb er ein Konzert in den Blumensälen der Gartenbaugesellschaft am 13. Juni wählte, um die Polka dem Publikum vorzuführen. Es dauerte jedoch nicht lange, bis die Komposition wieder aus dem Programm fiel.
 
Op.245  
Op.246 Genovefa-Quadrille
Jacques Offenbachs Oper „Geneviéve de Brabant“ sollte in der Saison 1867/68 in Wien aufgeführt werden. Josef Strauss fasste schnell die wichtigsten Motive aus der Oper zusammen und schrieb damit eine Quadrille, welche am 15. Mai 1868 im Volksgarten zum ersten Mal erklang. Offenbachs Oper wurde schon bald wieder abgesetzt, und auch die Quadrille konnte sich nicht viel länger behaupten.
 
Op.247  
Op.248  
Op.249 Wiener Fresken, Walzer
An einem Konzert im Volksgarten am 28. Juli 1868 überraschte Josef Strauss das Publikum mit diesem Walzer. Der Komponist hat sich nicht über di Hintergründe der Namensgebung geäussert, aber es liegt fast auf der Hand, dass er damit die Fülle an kostbaren Deckenmalereien in den unzähligen Palästen und Kirchen Wiens gemeint hat.

 

Op.250 Schützen-Marsch
Den Marsch spielte Josef Strauss erstmals an einem Fest im Volksgarten am 24. Juli 1868. Die flotte Komposition wurde mit grossem Beifall aufgenommen und musste wiederholt werden. Dennoch verschwand der Marsch danach schon bald in den Regalen des Archives.
 
Op.251  
Op.252 Buchstaben-Polka
Diese Polka erklang neben mehreren Novitäten am 24. Juli 1868 im Rahmen des mehrere Tage dauernden Bundes-Schützenfestes an einem Konzert im Volksgarten. Das Besondere an dem Stück ist das erste Motiv, welchem die sieben Noten der ersten sieben Buchstaben des Alphabets a-g zugrunde liegen.
 
Op.253  
Op.254 Ernst und Humor, Walzer
Der Walzer kam am 11. Oktober 1868 an einem Promenadenkonzert in den Blumensälen der Wiener Gartenbaugesellschaft zur Uraufführung. Zu der Zeit war Josef Strauss gesundheitlich schon ziemlich angeschlagen, und er hatte daher wenig Grund, fröhlich zu sein. Nach „Ernst und Humor“ folgte eine Reihe von Kompositionen mit Titeln, welche Frohgemüt ausdrücken. Der Komponist schien dies bewusst zu machen, um seiner gesundheitlichen Verschlechterung zu trotzen.
 
Op.255 Huldigungslieder, Walzer
Der Huldigungslieder-Walzer war Bestandteil eines Abschiedskonzertes am 29. März 1869 in den Blumensälen der Gartenbaugesellschaft. Kurz darauf reisen Johann und Josef Strauss ab nach Pawlowsk. Der Walzer galt als Widmungswerk für König Ludwig von Portugal, welcher im Herbst zuvor seinen 30. Geburtstag feierte.
 
Op.256 Périchole-Quadrille
In Paris hatte die Offenbach-Oper „La Périchole“ vorerst nur mässigen Erfolg. Dennoch plante die Leitung des Theaters an der Wien eine Inszenierung, welche am 9. Januar 1869 mit Richard Genée als Dirigent ihre erste Wiener Aufführung erlebte. Dies nutzte Josef Strauss, eine Quadrille mit Motiven aus dieser Oper zu schreiben. Das genaue Datum der Uraufführung ist nicht notiert, muss aber im Januar 1869 erfolgt sein.
 
Op.257 Concordia-Polka
Josef Strauss hat diese Polka der Schriftsteller- und Journalistenvereinigung "Concordia" gewidmet, die am 26. Januar 1869 im Sofiensaal ihren alljährlichen Ball abhielt. Der Ballbericht bestätigt den Anklag, welchen die Polka beim Publikum fand.
 
Op.258  
Op.259  
Op.260  
Op.261 Eislauf, Polka
Ab Mitte des 19. Jrh. kam sportliche Betätigung immer mehr in Mode. Selbstverständlich animierte dieser Trend auch die Musikschaffenden zu passenden Kompositionen. Für die Disziplin des Eislaufes wurde in Wien 1867 ein Verein gegründet. Zwei Jahre später komponierte Josef Strauss die Eislauf-Polka, vermutlich für eine Veranstaltung des Eislaufvereins.
 
Op.262  
Op.263  
Op.264  
Op.265 Neckerei, Mazurka
Die Mazurka fand sich unter den Neuheiten am Strauss-Benefizball am 8. Februar 1869 in den Blumensälen der Gartenbau-Gesellschaft. Das Werk soll bereits am Vorabend in den Redoutensälen am traditionellen Studentenball erklungen sein, fand jedoch wenig Beachtung, da es im Schatten anderer spektakulärerer Kompositionen gestanden haben durfte.
 
Op.266  
Op.267  
Op.268 Andrassy-Marsch
Im Frühling 1869 reisten die drei Strauss-Brüder nach Pest-Ofen, dem heutigen Budapest, um in den neu eröffneten Redoutensälen aufzuspielen. Josefs Widmungskomposition für den Abend vom 18. März 1869 war diese Polka, welche dem damals sehr populären Julius Graf Andrassy gewidmet war, welcher sich politisch und kriegerisch sehr um das Land verdient gemacht hatte. Der Marsch erlangte jedoch bei weitem nicht dieselbe Berühmtheit wie das Widmungswerk Johanns, das weltbekannte „Eljen a Magyár“.

 
Op.269  
Op.270 Aus der Ferne, Mazurka
Als Josef Strauss mit seinem Bruder Johann 1869 nach Russland reiste, verspürte er bereits auf der Hinfahrt grosse Sehnsucht nach seiner Frau in Wien. Er begann deshalb mit der Niederschrift dieser wehmütigen Mazurka und schickte die Partitur nach Wien. Dort wurde die Komposition von Eduard Strauss am 2. Juli 1869 im Volksgarten uraufgeführt.
 
Op.271 Ohne Sorgen, Polka
Josef Strauss komponierte diese Polka während eines Aufenthaltes mit seinem Bruder Johann im russischen Pawlowsk im Sommer 1869. Er war zu dem Zeitpunkt sichtlich von seiner Krankheit gezeichnet. Die Polka „Ohne Sorgen“, welche fröhlich und übermütig ist, gibt also keineswegs Josef Strauss’ Befinden wieder. Das Stück wird auch heute noch oft gespielt.
 
Op.272 Frohes Leben, Walzer
Diesen Walzer hat Josef Strauss im Sommer 1869 komponiert, während er mit seinem Bruder Johann im Russischen Pawlowsk weilte. Er fühlte sich da allerdings nicht wohl und war zudem gesundheitlich nicht bester Dinge. So gesehen passt der Titel des Walzers nicht zu des Komponisten Befinden in jenem Augenblick. Als eine Art gute Mine zum bösen Spiel hat er ihn geschrieben und nach seiner Rückkehr nach Wien dort am 14. November 1869 im Sofiensaal erstmals gespielt.
 
Op.273 En passant, Polka
Die Polka entstand während Josef Strauss’ Aufenthalt in Pawlowsk im Sommer 1869. Im Herbst erklang sie zum ersten mal im Vauxhall und erntete grossen Beifall. Auch bei der Wiener Erstaufführung am 14. November 1869 löste das Stück Jubel aus unter den Zuhörern.
 
Op.274 Künstler-Gruss
Am 5. Januar 1870 wurde das neu fertig gestellte Prunkgebäude der Gesellschaft der Musikfreunde, der heutige Musikverein, feierlich eröffnet. Kaiser Frank Josef persönlich nahm daran teil sowie zahlreiche weitere Gäste aus höchsten Kreisen. Am Folgetag wurde im Goldenen Saal das erste Konzert gegeben, und am 15. Januar fand darin der erste Ball statt. Für die Musik war die Strauss-Kapelle zuständig. Alle drei Strauss-Brüder steuerten ein Widmungswerk zu dem Anlass bei. Josef Strauss schrieb die Künstler-Gruss Polka, welche auf Anhieb grossen Gefallen fand. Beim ersten offiziellen Strauss-Konzert im Goldenen Saal war sie das erste Werk auf der Liste.
 
Op.275 Nilfluthen, Walzer
Im November 1869 wurde der Suezkanal eröffnet, ein Grossereignis von weltweiter Bedeutung. Mit dabei war auch Kaiser Franz Josef I. Auch eine grosse Schar von Journalisten und Berichterstatter aus Wien war mit dabei. Kurz darauf fand am 25. Januar 1870 im Sofiensaal der Concordia-Ball statt, ein alljährlicher Ball der Journalistenvereinigung.  Zu diesem Anlass komponierte Joseph Strauss den Walzer „Nilfluthen“, welcher sich darauf noch lange im Repertoire der Strauss-Kapelle hielt.
 
Op.276 Kakadu-Quadrille
Wie andere Operetten Offenbachs kam auch die Operette Kakadu in Wien zur Aufführung. In Paris wurde sie unter dem Namen Vert-Vert gespielt. Auch diesmal nutzte Josef Strauss die Gelegenheit, aus den gängigsten Melodien der Operette eine Quadrille zusammenzustellen. Auch wenn die Operette das Wiener Publikum nicht vollends überzeugen konnte, fand die Quadrille, welche am 13. März 1870 im Musikverein uraufgeführt wurde, reichlich Beifall. Im Repertoire halten konnte sie sich jedoch nicht.
 
Op.277  
Op.278 Jockey-Polka
Josef Strauss war ein Anhänger des Pferdesports. So tauchen in seinem kompositorischen Schaffen mehrere Werke auf, deren Titel auf besagten Sport hindeuten. Diese sehr lebendige und schwungvolle Polka ist zur Faschingszeit 1870 entstanden und wurde am 17. Februar in den Blumensälen der Gartenbaugesellschaft uraufgeführt. Der Erfolg war sehr gross.
 
Op.279  
Op.280 Tanz-Prioritäten, Walzer
Für einen grossen Ball der industriellen Gesellschaften im Redoutensaal am 6. Februar 1870 hat Josef Strauss diesen Walzer geschrieben. Das Werk erhielt grossen Beifall. Es sollte das letzte Mal sein, dass der Komponist an einem Ball in Wien auftrat, denn fünf Monate später verstarb Josef Strauss.
 
Op.281 Heiterer Muth, Polka
Diese Polka entstand im Todesjahr Josef Strauss', als dieser schon sehr geschwächt und erkrankt war. Wie mehreren anderen späten Werken verlieh der Komponist scheinbar wie zum Trotz auch dieser Polka einen Titel, welcher alles andere als zu seinem gegenwärtigen Befinden passte. Geschrieben hat Strauss die Polka für den Armenball der Bürger aus Wieden in den Blumensälen der Gartenbaugesellschaft am 9. Februar 1870.
 
Op.282 Die Emancipirte, Mazurka
Die Stellung und Gleichberechtigung der Frau war schon zur Zeit der Strauss-Brüder ein Thema. Bald gab es an der Universität die erste Studentin oder eine erste praktizierende Ärztin, was für Gesprächstoff sorgte. Diese Entwicklung nahm Josef Strauss wohl zum Anlass, diese Polka zu komponieren. Es sollte sein zweitletztes Werk werden. Die Uraufführung erfolgte am 17. Februar 1870 in den Blumensälen der Gartenbaugesellschaft im Rahmen eines Benefizballes der Strauss-Brüder. Die Druckausgabe wurde erst nach Josef Strauss’ plötzlichem Tod im Juli 1870 veröffentlicht.
 
Op.283 Rudolfs-Klänge, Walzer
Am 23. Februar 1870 fand in den Redoutensälen der Hofburg der alljährliche Studentenball statt. Kronprinz Rudolf war zu dem Zeitpunkt gerade mal zwölf Jahre alt und erklärte sich als Protektor der Veranstaltung. Das bewirkte seitens der Studenten Sympathien gegenüber dem Kaiserhaus, welche zuvor weniger vorhanden waren. Josef und Eduard Strauss komponierten die Widmungswerke für den Ball an jenem Abend. Josef schrieb den Walzer „Rudolfs-Klänge“. Am Vorabend der Veranstaltung verstarb jedoch seine Mutter Anna Strauss, und nachdem Josef einen Zusammenbruch an ihrem Sterbebett erlitt, war er nicht imstande, die Uraufführung des Walzers persönlich zu leiten. So wurde er durch den Konzertmeister vertreten. Der Walzer erscheint als letzte Opus-Nummer in seinem Oeuvre, denn vier Monate später war Josef Strauss tot.
 
- Träumerei, nach Robert Schumann
Joseph Strauss arrangierte u.a. rund 500 Kompositionen von Franz Liszt, Ludwig van Beethoven, Richard Wagner und Robert Schumann. Letzterer wurde vom Wiener Publikum kaum geschätzt und war bei einem Versuch, in Wien Fuss zu fassen, nicht erfolgreich. Die Transkriptionen von Josef Strauss taten jedoch ihren Teil dazu bei, dass Schumanns Werke dennoch in Wien erklangen. „Träumerei“ ist das einzige Schumann-Arrangement, welches von Josef Strauss erhalten geblieben ist.
 
- Ständchen
Das kleine Stück hat keine Opuszahl erhalten. Es ist vermutlich in Zusammenhang mit Richard Wagners Besuch in Wien im April 1861 entstanden, jedoch ist der genaue Anlass zu der Komposition unbekannt. Das Ständchen wurde später als Intermezzo in die Operette „Frühlingsluft“ von Ernst Reitterer eingebunden, welche lange nach Josef Strauss’ Tod arrangiert wurde.
 
- Mein schönes Wien, Albumblatt
Dieses liebliche kleine Werk ist ohne Opus-Nummer, und ohnehin ist nicht bewiesen, dass es überhaupt von Josef Strauss stammt. Es erschien nach dessen Tod um 1880 in Berlin beim Erler-Verlag unter obigem Titel. Das Werk war mit „J. Strauss“ als genannten Urheben versehen. Da es sich mit Sicherheit nicht um Johann handeln kann, da dessen Werke alle gelistet sind, geht man davon aus, dass Josef Strauss der Komponist war.
 
- Lied ohne Worte Nr.1
Josef Strauss war einer der fleissigsten Komponisten zu der Zeit, wenn es darum ging, Werke von anderen Komponisten zu arrangieren. So hat er auch das Lied ohne Worte Nr. 1 von Felix Mendelssohn-Bartholdy für sein Orchester arrangiert. Von Josef Strauss’ Fülle an Arrangements ist dieses hier leider eines der wenigen, welches übrig geblieben ist, nachdem sein Bruder Eduard im Jahre 1907 einen Grossteil des gesamten Notenmaterials der Strauss-Familie verbrannte. Das Datum der Uraufführung ist leider unbekannt.
 
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Das musikalische Österreich, Potpourri
Josef Strauss schrieb mehrere Medleys und Potpourris, von denen dies hier eines der umfangreichsten ist. Es wurde am 17. Juni 1864 im Volksgarten uraufgeführt und besteht aus rund 20 Stücken, von denen jedes eine andere Region der damaligen Donaumonarchie beschreibt: Böhmen, Mähren, Schlesien, Krakau, Polen, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien, dreimal Transsylvanien, Dalmatien, Lombardei, Venedig, Tirol und Salzburg.
 

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Unbekannter Marsch
Der 1870 verstorbene Josef Strauss hat nur sehr wenige originalen Handschriften hinterlassen. Ende des 20. Jh. wurde jedoch die Partitur eines Marsches entdeckt, die mit grösster Sicherheit Josef Strauss in seinen jungen Jahren zuzuordnen ist. Das Werk hatte keinen Titel, und man vermutet, dass es sich um eine Art Übungswerk handelt, das nie veröffentlicht worden ist. Zumindest gibt es keine Zeitungsbericht darüber.
 

 

 

 

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