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Josef Strauss - Werke
 

Op.1  
Op.2  
Op.3  
Op.3  
Op.4

Mille fleurs-Polka
Im Sommer des Jahres 1855 weilte Johann Strauss in Bad Gastein, weshalb Josef in der Zeit die Leitung des Strauss-Orchesters übernahm. Das sich der Erholungsurlaub Johanns bis in den September hinzog, musste Josef für die obligaten Novitäten für die traditionelle Hernalser Kirchweih im August 1855 in Ungers Casino sorgen. Für die Uraufführung der Mille fleurs-Polka wählte Josef Strauss das Gartenfest am 27. August, welches im Rahmen der Kirchweih stattfand. Laut Zeitungsberichten dürfte dieses Fest von einem hefitgen Unwetter heimgesucht worden sein, denn Anfang September lud Unger zu einer konzertantischen Aufführung der Novitäten. Die Polka muss grossen Anklang gefunden haben. Im Februar 1856 wurde sie publiziert, doch überdauerte nur die Klavierpartitur die Zeit bis heute. Die Polka wurde für Orchester neu verfasst.

 

Op.5 Flinserln, Walzer
Der Walzer wurde für die Feier des Hernalser Kirchtages am 27. August in Ungers Casino komponiert. Unter dem Begriff „Flinserln“ verstand man in Wien eine Art Pailletten, welche oft an Kostümen und auch als normaler Schmuck verwendet wurden. Der Walzer fand stürmischen Beifall und musste wiederholt werden.
 
Op.6

Tarantel-Polka
Für Josef Strauss war das Jahr 1855 entscheidend für seine Laufbahn. In jenem Sommer wurde klar, dass er seine Pläne, Ingenieur zu werden, ablegen und ins Musikgeschäft einsteigen würde, denn Bruder Johann weilte in Pawlowsk, und Josef musste dauerhaft einspringen und die Kapelle leiten. Die Tarantel-Polka schrieb Josef Strauss für ein Konzert in Ungers Casino am 12. August 1855. Das flotte Werk fand wohl Anklang.

 

Op.7  
Op.8

Bachanten-Quadrille
Das Datum der Erstaufführung dieser sehr frühen Komposition ist nicht bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass sie in der Zeit zwischen Herbst 1855 und Karneval 1856 erfolgte. Als Aufführungsort kommt in erster Linie das Etablissement Sperl in Frage, da dort die so genannten „bacchantischen“ Tanzfeste abgehalten wurden. Josef Strauss’ Quadrille hielt sich mehrere Jahre im Repertoire der Strauss-Kapelle.

 

Op.9  
Op.10 Bauern-Polka, Mazurka
Dieses frühe Werk stammt aus der Zeit, als Josef Strauss in der Entscheidungsphase war, ob er gänzlich zum Musikgeschäft seines Bruders Johann übertreten will. Vorerst betrachtete er sich allerdings nur als Dirigent ad interim. Im Sommer 1855 entschied er sich für die Musik. Publiziert wurde die Bauern-Polka im April 1856.
 
Op.11 Rendezvous-Quadrille
Die Quadrille wurde für den Fasching des Jahres 1856 komponiert. Der Verleger Haslinger druckte allerdings nicht die Originalpartitur von Josef Strauss, sondern das Arrangement für ein kleines Orchester von Karl Fux. Die Originalpartitur ist leider verschollen. Nach der Saison hielt sich das Werk noch einige Monate im Repertoire, musste jedoch allmählich den laufenden Novitäten Platz machen.
 
Op.12  
Op.13  
Op.14 Avantgarde, Marsch
Als Johann Strauss sich in Pawlowsk aufhielt, übernahm Josef während der Sommersaison die Leitung der Strauss-Kapelle. So spielte er am 23. April 1856 erstmals „Grossen Zeisig“, dem Stammlokal der Strauss-Brüder, seinen Avantgarde-Marsch, ein Marsch, welcher wie ein typischer k.u.k. Armee-Marsch konzipiert war. Josef Strauss war bestimmt kein Meister im Komponieren von Märschen, aber dennoch war das Werk ein grosser Erfolg und musste mehrmals wiederholt werden.
 
Op.15 Titi-Polka
Namensgeber dieser Polka war ein Magier, welcher „Titi“ genannt wurde. Die Polka wurde am 4. mai 1856 in Ungers Casino erstmals aufgeführt und hielt sich längere Zeit im Programm.
 
Op.16 Die Vorgeiger, Walzer
Es war im alten Wien üblich, dass der Leiter der Musikkapelle seine Musiker mit der Geige dirigierte, als „Vorgeiger“. Josef Strauss konnte jedoch nicht Geige spielen und musste das Orchester seines Bruders anfangs mit dem Dirigierstab leiten. Es stellte sich heraus, dass er künftig öfters als Vertretung Johanns einspringen wird, weshalb Josef Strauss schnell Geige spielen lernte. Für sein Debut als Vorgeiger am 23. April 1856 im „Grossen Zeisig“ hat Josef Strauss diesen beliebten Walzer geschrieben.
 
Op.17 Maiblümchen, Mazurka
Für ein Konzert in Ungers Casino am 27. April 1856 stand diese Mazurka auf dem Programm. Da jedoch kein Zeitungsbericht vorhanden ist, welcher über das Konzert berichtete, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das Werk tatsächlich gespielt wurde. Erst der Bericht über ein Frühlingskonzert im Volksgarten am 13. Mai 1856 erwähnt die offenbar stark bejubelte Mazurka, bezeichnet sie allerdings mit „Maiblüthen“.
 
Op.18 Wiegenlieder, Walzer
Für die bevorstehende Geburt des zweiten Kindes des Kaiserpaares im Jahre 1856 hatte Josef Strauss einen Walzer vorbereitet mit dem Titel „Schlummerlieder“. Nachdem im Juli die glückliche Geburt verkündet worden war, wurde am 15. Juli im Volksgarten ein Festkonzert veranstaltet, bei dem Josef Strauss den neuen Walzer aufgespielte. Der neue Name lautete „Wiegenlieder“. Die Komposition wurde überaus begeistert aufgenommen.
 
Op.19 Lust-Lager-Polka
Am 2. Juni 1856 fand in der Bierhalle Fünfhaus ein Ball statt unter dem Motto „Bisamberger Lustlager“. Am Bisamberg entstand in jenem Jahr ein Übungsgelände für die k.u.k. Armee. Aus diesem Grund wurden am Rande Verkaufsstände und Buden aufgestellt, worauf sich bald buntes Treiben einstellte. Dieses „Lust-Lager“ wurde zu einem Anziehungspunkt der Bevölkerung aus der Stadt. Josef Strauss schrieb diese Polka für das genannte Fest in der Bierhalle und führte es da zum ersten Mal auf.
 
Op.20 Schottischer Tanz
Der „Schottisch“ ist eine Tanzform, die sich aus der Eccosaise entwickelt hat, welche in Wien hauptsächlich in Schubert und Beethoven ihre Vertreter gefunden hat. Josef Strauss hat die Tanzform mit diesem Opus aufgegriffen und am 22. Juli 1856 im Volksgarten uraufgeführt.
 
Op.21  
Op.22  
Op.23 Joujou-Polka
Dieses frühe Werk des Komponisten entstand für ein Konzert in Ungers Casino am 6. Juli  1856. Offenbar wurde die verspielte Polka begeistert aufgenommen, da sie im selben Jahr regelmässig auf dem Programm stand.
 
Op.24  
Op.25  
 
 
Op.26 Die guten, alten Zeiten, Walzer
Anfang August 1856 veranstaltete Josef Strauss im Sperl ein Fest, welches im Zeichen der Erinnerung an seinen Vater Johann Strauss der Ältere und an den Vater des Wiener Walzers, Joseph Lanner, stand. Eigens für diesen Anlass komponierte er einen Walzer mit dem passenden Namen „Die guten, alten Zeiten“. Aus der Presse ist zu entnehmen, dass das Fest trotz einsetzenden Regens ein Erfolg war und Josef Strauss’ Walzer höchste Begeisterung hervorrief und wiederholt werden musste. Der Walzer ist eines der Hauptwerke des Komponisten.
 
Op.27  
Op.28 Sylphide, Polka, Op.28
Eine Sylphide bezeichnet einen weiblichen Luftgeist, steht aber auch für ein anmutiges Mädchen. Ein solches kam auch in dem Singspiel „Sylphide, das Seefräulein“ vor, von deren Hauptdarstellerin Josef Strauss sich wohl hat inspirieren lassen bei der Komposition dieser Polka, welche am 8. November 1856 im Sperl mit grossem Anklang erstmals aufgeführt wurde.
 
Op.29 Die Veteranen
Zum 90. Geburtstag des Feldmarschall Graf Radetzky lud dieser am 18. November 1856 zu einem grossen Fest im Sperl. An diesem Abend war ein reichhaltiges Musikprogramm angesagt, zu dem die Komposition von Josef Strauss die einzig militärische sein sollte. Unter den Gästen waren zahlreiche ehemalige Soldaten, welche unter Radetzky ihren Dienst verrichtet hatten. Neben dem Feldmarschall war Josef Strauss’ Walzer diesen Gästen gewidmet.
 
Op.30  
Op.31 Herzbleamerl
Was Josef Strauss auf die Idee dieses eher ungewöhnlichen Titels gebracht hat, ist nicht bekannt. Die Uraufführung ist zwar nirgends konkret festgehalten, laut Zeitungsberichten jedoch kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass diese an einem Benefizball der Strauss-Brüder am 16. Februar 1857 stattgefunden hat.
 
Op.32 Dioscuren-Quadrille
An einem Benefizball am 16. Februar 1857 im Sofiensaal konzertierte Josef Strauss gemeinsam mit seinem Bruder Johann. Für diesen Abend hatte er unter anderem die Dioscouren-Quadrille vorbereitet. Was Josef Strauss veranlasste, die Quadrille so zu nennen, ist nicht bekannt. „Dioscuren“ ist die Bezeichnung für Zeus’ Zwillingssöhne Castor und Pollux. Gleichsam steht der Begriff für ein unzertrennliches Freundespaar.
 
Op.33 Masken-Polka
Für ein Benefiz-Konzert im Sperl am 23. Februar 1857 komponierte Josef Strauss diese Polka. Sie erschien im folgenden Sommer als Druckausgabe beim Verleger Haslinger.
 
Op.34 Mai-Rosen, Walzer
Josef Strauss hat diesen Walzer im Frühling des Jahres 1857 für ein Maifest im Volksgarten geschrieben. Allerdings kam das Werk bereits am 10. Mai, zwei Tage vor dem Anlass im Volksgarten, in Ungers Kasino zur Aufführung. Dennoch wurde es im Volksgarten als Novität angepriesen.
 
Op.35 Une Pensée, Mazurka
Nachdem die liebliche Polka am Blumenfest vom 26. Mai 1857 im Volksgarten zum ersten Mal gespielt worden war, blieb sie für den Rest der Saison im Repertoire, da sie dem Publikum sehr gut gefallen hat.
 
Op.36  
Op.37 Csikos-Quadrille
Diese Quadrille war ein Widmungswerk für die Ungarischen Reiter aus der Puszta, denn ein Csikós ist übersetzt etwas so was wie ein Pferdehirte. Demzufolge weist die Musik in der Quadrille unverkennbar ungarische Züge auf. Die Uraufführung der Quadrille erfolgte am 31. Mai 1857 bei einem Konzert in Ungers Casino.
 
Op.38  
Op.39  
Op.40 La Simplicité, Polka
Die Polka hat Josef Strauss am 26. Juli 1857 bei einem Nachmittagskonzert zum ersten Mal gespielt. Obwohl das Stück voller Liebreiz ist, fand es kaum Beachtung.
 
Op.41  
Op.42 La chevalersque, Mazurka
Die Mazurka war ein Teil von Josef Strauss’ Kompositionen der Sommerreihe 1857. das Datum der Uraufführung ist nicht mit Sicherheit zu nennen. Mit „La chevaleresque“, was übersetzt soviel heisst wie „Die Ritterliche“, dürfte Josef Strauss seine Ehefrau Caroline Pruckmayer gemeint haben, welche er im selben Jahr geheiratet hatte.
 
Op.43 Steeplechease-Polka
Der Begriff „Steeple Chease“ stammt aus dem Pferdesport und bezeichnet wörtlich das Jagen nach einem Kirchturm. Hierbei galt es, unterschiedliche Hindernisse zu bewältigen, wobei als Orientierungspunkt ein Kirchturm (engl. Steeple) im Visier gehalten wird, auf welchen der Reiter hinzielt. Josef Strauss dürfte sich vermehrt an solchen Anlässen aufgehalten haben, da er bekanntlich einen Hang zum Pferdesport hatte. Die flotte Polka wurde am 31. August 1857 an der Kirchweih in Ungers Kasino uraufgeführt, fand grossen Zuspruch und musste mehrmals wiederholt werden.
 
Op.44 Fünf Kleeblad’ln, Walzer
Für die traditionelle Kirchweihfeier in Ungers Kasino, welche im Jahre 1857 am 31. August im Rahmen eines Balles mit rund 2000 Gästen abgehalten wurde, hat Josef Strauss diesen Walzer geschrieben. Die ländlerähnliche Komposition erhielt grossen Beifall und musste wiederholt werden.
 
Op.45  
Op.46 Musen-Quadrille
Josef Strauss hat die Quadrille für den Künstlerball im Sperl am 18. Januar 1858 geschrieben. Sein Bruder Johann hat parallel für einen weiteren Künstlerball seine „Künstler-Quadrille“ geschrieben, welche im Gegensatz zu Josefs Komposition ausschliesslich Motive aus den Werken berühmter europäischer Komponisten umfasste. Josef Strauss benutzte jedoch nur eigene Melodien.
 
Op.47  
Op.48 Harlekin-Polka
Vermutlich erklang die lebhafte Polka erstmals an einem Benefizball am 8. Februar 1858 im Sofiensaal. Johann Strauss nahm die Komposition mit sich nach Pawlowsk im Sommer desselben Jahres und spielte sie dort vor,  jedoch mit dem Titel „Harlequin-Galopp“.
 
Op.49 Die Amazone, Mazurka
Josef Strauss hat mehreren seiner Kompositionen Titel gegeben, bei welchen weibliche Cahrakteren Pate standen. Eine Amazone bezeichnet in der griechischen Mythologie eine kriegerisch gesinnte Frauengestalt, in der Neuzeit aber auch eine selbstbewusste, emanzipierte Frau. Eine solche ist auch auf der Titelseite der Klavierausgabe abgebildet. Im Fasching 1858 kam das Werk erstmals zur Aufführung.
 
Op.50  
Op.51  
Op.52  
Op.53 Defilir-Marsch
Josef Strauss hatte mit dem Militär nichts zu tun, und er lehnte es auch konkret ab. Dennoch ergab es sich des öfteren, dass die Strauss-Kapelle mit einer Militärkapelle an der Seite auftrat und die beiden Ensembles abwechslungsweise ihre Stücke zum besten gaben. Zu solch einer Gelegenheit schrieb Josef Strauss die Defilir-Polka, welche am 6. Juni 1858 bei einem Konzert in Ungers Casino aufgespielt wurde. Die Strauss-Kapelle konzertierte zusammen mit der Regimentskapelle von Joseph Kovacs. Der Marsch fand sehr grossen Anklang.
 
Op.54 Flora, Mazurka
Die Mazurka erklang erstmals an einem gut besuchten Volksgartenfest am 22. Juni 1858. Gemäss dem Titelblatt der Klavierpartitur, welches ein Bouquet aus Halmen und Blumen zeigt, hat sich der Komponist von der Pflanzenwelt zur Namensgebung inspirieren lassen.
 
Op.55 Bon-Bon-Polka
Die Uraufführung dieser Polka hätte bereits im Frühling 1858 in Ungers Casino stattfinden sollen, aber wegen einer dauerhaften Schlechtwetterperiode wurde dies stets verschoben. An einem Sonntagskonzert des 6. Juni gleichen Jahres erklang sie endlich zum ersten Mal. Die lebhafte Polka blieb zwar den ganzen Sommer über im Programm, geriet später aber dennoch in Vergessenheit.
 
Op.56  
Op.57 Moulinet-Polka
Übersetzt heisst Moulinet in etwa „kleine Mühle“. Josef Strauss hat sich beim Schreiben dieser Polka an einem kontinuierlich sich drehenden Mühlenrad orientiert, und dieses Bild bekommt der Zuhörer auch vermittelt. Am 25. Juli 1858 erklang die Moulinet-Polka erstmals in Ungers Casino. Als Vertreter seine Bruders Johann, der zu dem Zeitpunkt in Pawlowsk engagiert war, hatte Josef Strauss die Gelegenheit, die Moulinet-Polka am Hof in Schönbrunn vorzutragen. Da erntete sie laut Zeitungsberichten grösstes Lob, genauso wie in Ungers Casino.
 
Op.58 Bivouac-Quadrille
Die regen kriegerischen Aktivitäten in der Mitte des 19. Jrh. in Europa zogen verständlicherweise die Begebenheit nach sich, dass sich im Raum Wien an mehreren Orten das Militär niederliess und seine Lager aufschlug. Diese Lager wurden „Bivouacs“ genannt. Die Lager dienten in lockeren Zeiten nicht selten als Ort bunten Treibens mit Spiel, Tanz und sogar Marktständen. Um diesen Gepflogenheiten eine Widmung darzubringen, komponierte Josef Strauss die Bivouac-Quadrille, welche am 6. Juli 1858 an einem Fest im Volksgarten uraufgeführt wurde.
 
Op.59 Österreichischer Kronprinzen-Marsch
Als Kaiserin Elisabeth am 21. August 1858 in Schloss Laxenburg den ersehnten Kronprinzen zur Welt brachte, jubelte das Volk. Josef Strauss packte diese Gelegenheit beim Schopf und komponierte diesen Huldigungsmarsch. Er wollte das Stück allerdings bereits am 31. August  im Volksgarten erstmals spielen, hatte aber daher keine Zeit, beim Hof die Erlaubnis für eine Widmung zu beantragen. Um dies zu umgehen, vermerkte er die Widmung “Dem Officierscorps des k.k. Linien-Infanterie-Regiments Nr.19, Kronprinz Rudolph“ (Kaiser Franz Josef hatte dem Jungen kurz nach dessen Geburt den Titel des Obersten des genannten Regiments verliehen). So konnte er die Beantragung bei höchster Instanz umgehen und das Werk dennoch dem Kornprinzen widmen.
 
Op.60 Laxenburger Polka
Als sich Kaiserin Elisabeth im Sommer 1858 nach Schloss Laxenburg zurückgezogen hatte, um die Geburt ihres dritten Kindes, des künftigen Kronprinzen Rudolf, zu erwarten, galt das ganze Interesse der Wiener Bevölkerung dem Schloss ausserhalb der Stadt. Dies nahm Josef Strauss als Anlass zur Komposition der Laxenburger Polka. Die Uraufführung erfolgte am 30. August 1858 in Ungers Casino. Die Polka war beliebt und hielt sich lange im Repertoire der Strauss-Konzerte.
 
Op.61 Wiener Kinder, Walzer
Zeitungsberichten zufolge schrieb Josef Strauss den Walzer „Wiener Kinder“ nach einer Aufforderung des Kaiserhauses, nachdem er in Schönbrunn  erfolgreich ein Hofkonzert gegeben hatte anstelle seines Bruders Johann, welcher die Saison im Russischen Pawlowsk verbrachte. Die Uraufführung des Walzers fand am 17. August 1858 bei einem Fest im Volksgarten statt. Das Stück wurde mit Beifall aufgenommen und blieb die kommenden Monate fester Bestandteil des Repertoires.
 
Op.62  
Op.63 Waldröslein, Mazurka
Josef Strauss hat diese liebliche Mazurka am 25. September 1858 im Volksgarten dem Wiener Volk erstmals präsentiert. Es war eines von zahlreichen Werken des Komponisten, welches einen Blumentitel trug.
 
Op.64  
Op.65 Caprice-Quadrille
Die Caprice-Quadrille wurde von Haslinger zur Karnevalszeit 1859 veröffentlicht, obwohl die beiden Kompositionen aus dem Vorjahr stammten. Die Quadrille erhielt gute Kritik und fand beim Publikum ordentlichen Anklang.
 
Op.66  
Op.67  
Op.68 Soll und Haben, Walzer
Nachdem sich die wirtschaftliche Lage im Kaiserreich wieder erholt hatte, waren die Gewerbetreibenden wieder bereit zu feiern. So lud der Handelsstand im Karneval zu einem Ball im Sperl, dessen musikalische Leitung Johann Strauss hatte. Ein weiterer „Handels-Elite-Ball“ wurde am 21. Februar selben Jahres im Sofiensaal gegeben. Diesmal leitete Josef Strauss die Musik. Sein Widmungswerk, der Walzer mit dem passenden kaufmännischen Titel „Soll und Haben“, erhielt gute Kritiken. Der Verleger Haslinger veröffentlichte den Walzer neben seinem Haupttitel mit dem Zweittitel „Handels-Elite-Ball-Tänze“.
 
Op.69 Saus und Braus, Polka
Die sehr lebhafte Polka hat Josef Strauss eigens für einen Ball geschrieben, welcher am 19. Januar 1859 in Schwenders Etablissement stattfand. Offenbar erhielt die Polka grossen Beifall, denn an den folgenden Bällen wurde sie stets aufgeführt. Im August selben Jahres erschien die Komposition im Druck.
 
Op.70  
Op.71 Schwert und Leyer, Walzer
Die Walzerkomposition entstand kurz nachdem die österreichischen Truppen bei ihrem Italienfeldzug eine Niederlage gegen das Piemont erlitten hatten. Die Bevölkerung war daher unzufrieden und hegte gar auf ihren Kaiser Franz Joseph einen Groll. Der Walzer erklang zum ersten Mal an einer Nachfeier dessen Geburtstages. Das Fest wurde am 26. August 1859 im Volksgarten abgehalten. Der Walzer erntete grossen Applaus und war so erfolgreich, dass er wiederholt werden musste und sich in den Programmen künftiger Konzerte hielt.
 
Op.72  
Op.73 Sympathie, Mazurka
Die Mazurka erklang erstmals am 23. Oktober 1859 in Ungers Kasino, obwohl die offizielle Uraufführung am 30. Oktober im Volksgarten geplant war. Diese Mazurka drückt eine Schwermütigkeit aus, wie sie Josef Strauss in einigen seiner Kompositionen anwendet. Sein Bruder Johann soll später gesagt haben, dass in dieser Weise zu komponieren, Josefs ganze Seele lag.
 
Op.74 Elfen-Polka
Nach der von Österreich verlorenen Schlacht bei Solferino in Norditalien im Jahre 1859 war die Stimmung in Wien bedrückt, und niemand hatte Lust auf Vergnügen und Tanz. Diesem zum Trotz organisierte der Hausherr von Ungers Casino, Franz Unger, in seinem Etablissement ein Fest mit dem Thema „Heiter auch in ernster Zeit“. Für diesen Anlass schrieb Josef Strauss die Elfen-Polka, welche auch in den folgenden Monaten noch öfter erklang.
 
Op.75

Sturm-Polka
Diese Polka entstand aufgrund der politischen Situation im Frühling 1859. die österreichischen Truppen trafen in der Lombardei auf die mit Italien verbündeten Franzosen und wurden zur Kapitulation gezwungen. Kaiser Franz Joseph musste dem Frieden zustimmen und die Lombardei mit ihrer Hauptstadt Mailand aufgeben. Der Schock sass in Österreich tief, und man war nicht in Feststimmung. Das genaue Datum der Uraufführung der Sturm-Polka ist nicht bekannt, aber die stand auf dem Programm, als der Kaiser am 26. August 1859 mit Verspätung im Volksgarten seinen 29. Geburtstag feierte. Berichten zufolge wurde die Polka mit höchster Begeisterung aufgenommen und musste mehrmals wiederholt werden.

 

Op.76 Adamira-Polka
Die Polka entstand im Fasching des Jahres 1860. Über das Datum und den Ort der Uraufführung ist nichts überliefert. Es wird auf jeden Fall ein Anlass in jenem Fasching gewesen sein.
 
Op.77 Die Naive, Polka
Die Uraufführung dieser Polka erfolgte am 20. Juli 1859 an einem Annen-Fest in Ungers Casino und war den ganzen Sommer über immer wieder im Programm zu finden. Daher ist davon auszugehen, dass die Polka beim Publikum Anklang fand. Dennoch geriet das schlichte Werk später in Vergessenheit.
 
Op.78  
Op.79 Waldbleamln, Ländler
Durch diesen Ländler im Walzerstil setzte Josef Strauss eine Tradition fort, welche sein Vater bereits pflegte, nämlich jeweils für das Kirchweihfest in Ungers Kasino eine ländlerartige Komposition beizusteuern. Als Gegenstück zu seines Vaters „Feldbleamln“ aus dem Jahre 1847 schrieb Josef Strauss für das Kirchweihfest vom 29. August 1859 den Waldbleamln-Ländler.
 
Op.80

Stegreif-Quadrille
Die Quadrille hat Josef Strauss für ein Fest im Volksgarten geschrieben, welches für den 15. Juli 1859 angekündigt war. Es liegen jedoch keine Aufzeichnungen über den Verlauf und das Programm des Festes vor, weshalb nicht belegt ist, ob die Quadrille auch wirklich gespielt wurde. Da sie aber in den Folgemonaten immer wieder aufgeführt wurde, ist davon auszugehen, dass sie auch ihre geplante Uraufführung an dem besagten Fest erlebt hat. Der Titel lässt vermuten, dass Josef Strauss die Quadrille spontan und in kürzester Zeit zu Blatte gebracht hat.
 

Op.81  
Op.82 Euterpe, Mazurka
Diese Mazurka erklang zum ersten Mal am Künstlerball im Sperl am 22. Januar 1860. „Euterpe“ ist der Name der griechischen Göttin der lyrischen Poesie und des lyrischen Gesangs. Das Werk erfreute sich grosser Beliebtheit und erklang noch oft in den folgenden Monaten. Dann aber fand es den Weg ins Archiv und geriet in Vergessenheit.
 
Op.83 Figaro-Polka
Anlass zur Namensgebung dieser Polka war die satirische Zeitschrift „Figaro“, welche wöchentlich erschien und sich einer grossen Leserschaft erfreute. Das Werk erklang erstmals an einem grossen Benefizball des Strauss-Brüder am 13. Februar 1860 im Sofiensaal.
 
Op.84  
Op.85 Die Zufälligen, Walzer
Der Walzer entstand im Fasching 1860 und erklang offiziell erstmals am 13. Februar 1860 im Sofiensaal. Das Publikum war begeistert, und der Walzer blieb noch das ganze Jahr über im Programm. Über die Hintergründe der Namensgebung lässt sich nur spekulieren.
 
Op.86  
Op.87  
Op.88 Immergrün, Mazurka
Josef Strauss hat diese Mazurka für das Blumenfest geschrieben, welches am 19. Juni 1860 im Volksgarten stattfand. Es ist eine von zahlreichen Kompositionen, für die sich der Meister von einem Blumenmotiv inspirieren liess. Hier war es die Pflanze „Vinca Minor“, das so genannte „Gemeine Immergrün“, welches auch das Titelblatt der Klavierausgabe ziert.
 
Op.89 Mignon-Polka
Die kleine Polka erklang zum ersten Mal am 3. Juli 1860 im Volksgarten im Rahmen eines Benefizkonzertes. Inspiriert haben dürfte sich der Komponist von dem jungen Mädchen Mignon, einer Figur aus Goethes Roman „Wilhelm Meister“.
 
Op.90 Gruss an München, Polka
Als im August 1860 die neue Eisenbahnlinie von Wien nach München eröffnet wurde, organisierte man in Wien am 15. August 1860 einen grossen Festanlass im Augarten, welcher hiermit erstmals für eine solche Veranstaltung freigegeben wurde. Die Polka verschwand jedoch sehr bald wieder in den Regalen und wurde vergessen.
 
Op.91  
Op.92 Turner-Quadrille
Nach 1848 fand die Turnerbewegung ihren Weg nach Wien. Die Bevölkerung fand Gefallen an Bewegung und sportlicher Betätigung. Im vergnügungssüchtigen Wien wurde natürlich auch für dieses Thema eine Reihe von Festivitäten organisiert. So fand im Sommer 1866 ein Turnerfest statt, für welches Josef Strauss vermutlich diese Quadrille komponiert hat. Die Daten des Festes, an dem die Quadrille uraufgeführt wurde, sind nicht mit Sicherheit festgestellt. Man weiss jedoch, dass die Noten ab 11. Oktober 1860 erhältlich waren.
 
Op.93  
Op.94 Bellona, Mazurka
Namensgeberin der Mazurka ist die römische Kriegsgöttin Bellona, welche das Titelblatt der Klavierausgabe ziert. Die Uraufführung erfolgte am 5. Oktober 1860 beim Saison-Schlusskonzert im Volksgarten.
 
Op.95 Diana, Polka
Das Dianabad am Donaukanal war das bedeutendste Bad Wiens im 19. Jrh. und konnte ab 1860 in der Winterszeit in einen Ballsaal umgewandelt werden. Dazu gehörte auch ein Wintergarten, in welchem am 12. November 1860 das erste Konzert stattfand. Josef Strauss hat für diese Veranstaltung die Diana-Polka geschrieben, welche grossen Anklang fand.
 
Op.96  
Op.97 Debardeurs-Quadrille
Ursprünglich bezeichnete der Begriff „Debardeur“ einen Schiffsentlader. Später aber – v.a. in der Pariser Ballszene – nannte man so leicht bekleidete junge Frauen, welche mit knielangen Hosen und weit ausgeschnittenen Blusen ihre ganzen Reizen zeigten und an Bällen auftraten. Besonders im Dianabad wurden Bälle nach Pariser Vorbild veranstaltet, wo eben diese Debardeurs auftraten. Dazu passend hat Josef Strauss diese Quadrille komponiert, welche am 26. Januar 1861 uraufgeführt wurde.
 
Op.98 Schabernack-Polka
Einer Zeitungsannonce zufolge erklang die Polka an einem Volksgartenkakonzert am 3. Februar 1861. Vermutlich wurde das Werk jedoch kurz zuvor bereits an einem Ball aufgeführt. Jedenfalls fand die flotte Polka grossen Anklang und gehörte zu den bedeutendsten Kompositionen der Gebrüder Strauss des Jahres 1861.
 
Op.99 Zephir-Polka
Der Begriff „Zephir“ stammt aus dem Griechisch-Latienischen und bezeichnet auf dichterische Weise einen lauen Südwestwind. Entsprechend erklingt die liebliche Polka. Diese hat der Komponist für einen Strauss-Ball am 11. Februar 1861 im neuen Dianasaal komponiert.
 
Op.100 Die Kosende
Diese Mazurka ist ein weiteres Werk des Komponisten, welches eine Frauenfigur beschreibt. Diese Frauenfigur blickt auf dem Titelblatt aus einer Tür hervor. Das Werk erklang erstmals an eine Karnevals-Revue am 17. Februar 1861 im Volksgarten. Die Komposition blieb das ganze Jahr im Repertoire.
 
Op.101 Flammen, Walzer
Was die Hintergründe zur Idee des Walzers waren, ist leider nicht überliefert. Untypischerweise erklang der Walzer zum ersten Mal an der Karnevalsrevue am 17. Februar 1861 im Volksgarten. Normalerweise wurden an den Revuen alle Neukompositionen für die Faschingszeit noch mal zusammengefasst, wobei „Flammen“ wie erwähnt hier das Debut fand.
 
Op.102 Maskengeheimnisse, Walzer
Der Walzer hätte an einem Strauss-Ball am 5. Februar 1861 im Sofiensaal erstmals aufgeführt werden sollen, aber das Programm an dem Abend war so gross, dass nicht alle Neuheiten zur Aufführung kamen. So wurde der Walzer an der Karnevalsrevue im Volksgarten am 17. Februar 1861 gespielt.
 
Op.103  
Op.104  
Op.105  
Op.106  
Op.107  
Op.108  
Op.109 Die Soubrette, Polka
In der Zeit, als die Operette ihre Hochblüte feierte, verstand man unter einer Soubrette eine Tänzerin und Sängerin auf der Bühne. Zuvor stand der Begriff jedoch für ein kokettes Stubenmädchen, was auch das Titelblatt der Klavierausgabe verbildlicht. Möglicherweise wurde das Werk laut Aufzeichnungen des Komponisten am 8. August 1861 im Dommayer erstmals gespielt. Man geht davon aus, dass das Uraufführungsdatum der 6. August war, wo die Polka  an einem Konzert im Volksgarten dem Publikum zum ersten Mal vorgeführt wurde. Obschon das Werk sich ordentlicher Beliebtheit erfreut haben dürfte, wurde es bald von anderen Novitäten verdrängt.
 
Op.110  
   
Op.111 Die Sonderlinge
Für ein von Josef Strauss persönlich organisiertes Benefiz-Konzert im Etablissement Weghuber am 23. August 1861 komponierte er den Walzer „Die Sonderlinge“. Man weiss nicht, was der Grund für die Namensgebung des Walzers war. Nachdem er im Sommer und Herbst des genannten Jahres noch mehrmals gespielt wurde, geriet er allmählich in Vergessenheit.
 
Op.112 Faust-Quadrille
Nachdem Gounods Oper „Faust“ am 19. März 1859 in Paris mit grossem Erfolg uraufgeführt und schon bald ein Welterfolg geworden war, packte Josef Strauss die Gelegenheit beim Schopf, dem Wiener Publikum einen Vorgeschmack auf die Oper, welche ihren Weg auch nach Wien finden wird, zu geben. Anhand der in Paris erschienenen Klavierausgabe stellte er geschickt Themen aus der Oper zu einer Quadrille zusammen und präsentierte sie den Wienern zwei Monate vor der dortigen Uraufführung der Oper. Das Werk fand grossen Anklang und wurde oft gespielt.
 
Op.113  
Op.114

Die Zeisserln, Walzer
Dieser Walzer gehört zu einer Reihe von Kompositionen, welche Josef Strauss für die alljährliche Hernalser Kirchweih in Ungers Casino komponierte. Die Uraufführung fand am Abend des 26. August 1861 statt. Mit „Zeisserln“ sind die Zeisige gemeint, welche in der Gegend von Wien kaum vorkamen, weshalb das Publikum besonders begeistert gewesen sein dürfte, mit den Vögeln dafür auf musikalische Weise in Kontakt zu kommen. Somit erhielt die Komposition grossen Applaus und wurde von den Kritikern erfreut als besonders wienerisch eingestuft. In der Folge hielt sich der Walzer noch das ganze Jahr über im Repertoire. Die Orchesterpartitur ist heute verschollen, doch sind die Metallblätter des Verlegers Haslinger erhalten geblieben, welche er damals für die Verfielfältigung verwendete, und somit konnte die Orchesterversion glücklicherweise problemlos reproduziert werden.

 

Op.115  
Op.116 Hesperus-Ball-Tänze, Walzer
„Hesperus“ nannte sich eine Künstlergesellschaft in Wien. „Hesperus“ ist die lateinische Variante vom griechischen „Hesperos“, in der griechischen Mythologie ein Sohn der Titanin Eos. Sein Name steht im Sprachgebrauch für einen Abendstern (verwandt: Vesper). Dieser Gesellschaft gehörten die drei Strauss-Brüder an, welche selbstverständlich jeweils persönlich die Widmungswerke für die Anlässe widmeten. Im Jahre 1962 war es Josef, der dafür zuständig war. Für den Ball am 26. Februar 1862 im Dianasaal schrieb er diesen Walzer. Leider verschwand die Komposition schon bald von der Bildfläche und verstaubte in den Regalen des Archivs.
 
Op.117 Die Lachtaube, Mazurka
Die Mazurka wurde an einem Maskenball am 19. Februar 1862 im ausverkauften Theater an der Wien zum ersten Mal gespielt. Die Stimmung was dermassen ausgelassen, dass die Gäste nicht mal bemerkten, dass hier eine Novität erklang. Das geplante Datum der Uraufführung wäre der 22. Januar 1862 an einem Maskenball im Sofiensaal gewesen, aber hierbei fand Strauss keine Gelegenheit, die Komposition zu spielen. Die Mazurka konnte sich jedoch nur in diesem Jahr im Repertoire halten.
 
Op.118 Amazonen-Quadrille
Für die Bälle im Dianabadsaal hat der Veranstalter zeitweilig einige junge Mädchen engagiert, welche sich aufreizend als Amazonen verkleideten und unters Publikum mischten. Dies war der Anlass zur Komposition dieses Widmungswerkes für den Ball im Dianabad am 18. Januar 1862.
 
Op.119 Amaranth, Polka
Die Polka, welche einmal mehr nach einer Pflanze benannt ist, hat Josef Strauss für den Faschingsball vom 3. März 1862 im Dianasaal geschrieben. Die Uraufführung der Polka hat aber gemäss Aufzeichnungen bereits am 19. Februar bei einem Maskenball im Theater an der Wien stattgefunden.
 
Op.120 Die Tanz-Interpellanten, Walzer
Dieser Walzer entstand für die Festivitäten des Faschings im Jahre 1862. Es gibt keine Quelle, die das Uraufführungsdatum und den entsprechenden Anlass nennt. Auch den Beweggrund für die ungewöhnliche Namensgebung des Walzers ist unbekannt. Das Wort „Interpellant“ geht auf das lateinische Verbum „interpellere“ zurück. Unter einem Interpellanten versteht man in erster Linie jemanden, der in einem Parlament Fragen anbringt.
 
Op.121  
Op.122 Lieb’ und Wein, Mazurka
Diese Mazurka stand als Novität auf dem Programm für das Annenfest am 25. Juli 1862 im Etablissement Weghuber. Das Stück fand grossen Anklang. Die Klavierausgabe erhielt ein kunstvolles Titelblatt.
 
Op.123 Angelica-Polka
Josef Strauss spielte diese Polka erstmals am 1. Juni 1862 bei einem Konzert in der „Neuen Welt“ in Hietzing. Es ist keine besondere Begebenheit zur Wahl des Titels bekannt, denn eine Frau namens Angelica kommt in der Biographie des Komponisten nicht vor.
 
Op.124  
Op.125 Seraphinen-Polka
Inspiriert von den im alten Testament vorkommenden Seraphinen (Engelswesen mit sechs Flügeln) schrieb Josef Strauss diese Polka für ein Militärfest, welches am 21. Juli 1862 im Vergnügungspark „Neue Welt“ in Hietzing  abgehalten wurde. Die Komposition hielt sich zwar für einige Zeit im Repertoire und war beliebt, aber dennoch geriet sie später in Vergessenheit.
 
Op.126  
Op.127 Vorwärts!, Polka
Die Polka spielte Josef Strauss im Russischen Pawlowsk im September 1862 zum ersten Mal auf, als er seinen Bruder Johann vertrat, welcher nach Wien zurückgereist war. Nach Josefs Rückkehr nach Wien erklang die Polka auch hier und kam im November 1862 bei Haslinger in den Druck.
 
Op.128 Freuden-Grüsse, Walzer
Am 9. November 1862 gab Josef Strauss ein Konzert im Sperl. Er war kurz zuvor aus Pawlowsk zurückgekehrt und war froh, wieder in seiner Heimatstadt zu sein. In Russland hat er die Freuden-Grüsse geschrieben, welche an dem genannten Konzert gespielt wurden. Der Walzer fand grossen Anklang und ist im Repertoire geblieben.
 
Op.129  
Op.130 Touristen-Quadrille
Die Infrastruktur und somit auch die Verkehrsanbindungen in ganz Europa machten Mitte 19. Jrh. rasante Fortschritte. Damit einhergehend nahm auch der Tourismus zu. Josef Strauss bediente sich bei dieser Quadrille diverser Volkslieder, welche er geschickt aneinanderreihte. Die Uraufführung fand am 26. Dezember 1862 im Volksgartensalon statt.
 
Op.131  
Op.132 Günstige Prognosen, Walzer
Für den Medizinerball am 20. Januar 1863 musste Josef Strauss für seinen erkrankten Bruder Johann einspringen und demzufolge auch die Widmungskomposition liefern. Dieser äusserst flotte Walzer mit seinen lieblichen Melodienfolgen fand einen aussergewöhnlich grossen Anklang. Das Motiv für die Namensgebung ist nicht überliefert und lässt bloss Vermutungen zu. Möglich wäre ein Bezug zu allfälligen „günstigen Prognosen“, welche die Mediziner, denen der Walzer gewidmet war, ihren Patienten stellen konnten. Es lag nie ein Druck des Walzers vor, aber glücklicherweise konnte er aufgrund einer Stichvorlage, welche sich erhalten hatte, originalgetreu reproduziert werden.
 
Op.133 Auf Ferienreisen, Polka
Die Polka war eine Widmungskomposition für den Studentenball, welcher am 11. Februar 1863 in den Redoutensälen der Hofburg abgehalten wurde. Josef Strauss liess sich dabei von gängigen Studentenliedern inspirieren und steuerte zudem eigene Melodien bei. Das flotte Werk erhielt grossen Beifall und wird auch heute noch gern gespielt.
 
Op.134 Patti-Polka
Die Italienerin Adelina Patti war eine begabte und berühmte Sängerin, die in ihren jungen Jahren vor allem in New York und London grosse Erfolge feierte. Ihr Debut in Wien im Februar 1863 war nicht weniger ruhmvoll. Ihr zu Ehren komponierte Josef Strauss eine Widmungspolka, welche am 15. März 1863 bei einem Konzert im Volksgarten uraufgeführt wurde. Sie fand Beifall und wurde mehrmals wiederholt. Als die Sängerin Wien jedoch wieder verliess, verschwand auch die Polka aus dem Repertoire.
 
Op.135  
Op.136 Sturmlauf („Turner-Polka“), Polka
Die Polka hat Josef Strauss dem Wiener Turnverein gewidmet, daher trägt sie auf manchen Auszügen die Bezeichnung „Turner-Polka“. Die Uraufführung erfolgte am 4. Februar 1863 am Turnerball im Dianasaal. Das Werk wurde mit Begeisterung aufgenommen.
 
Op.137 Sofien-Quadrille
Die Wiener Zeitung sagte die Novität für die Eröffnung der neu gestalteten Räume im Volksgarten am 13. Mai 1863 an. Die Sofien-Quadrille wurde zu Ehren der Erzherzogin Sophie von Bayern geschrieben, deren Namenstag der 15. Mai ist. Vermutlich wurde die Quadrille deswegen nicht an den Eröffnungsfeierlichkeiten aufgeführt. Die Erzherzogin nahm an dem Fest am 15. Mai jedoch nicht teil, was der Grund gewesen sein dürfte, dass die Quadrille nicht aufgeführt wurde. Sie erklang zum ersten Mal an einem Fest ebenfalls im Volksgarten am 12. Juni 1863.

 

Op.138 Victor-Marsch
Der Marsch war eine Widmung des Komponisten an Erzherzog Ludwig Victor, den jüngsten Bruder Kaiser Franz Josefs I., welcher vorerst ein angesehenes Familienmitglied war, sich später jedoch durch Eskapaden und Homosexualität unbeliebt machte und nach Salzburg ins Exil geschickt wurde. Geplant war die Uraufführung des Marsches für ein Konzert im Volksgarten am 13. Mai1863, fand aber erst am 12. Juni desselben Jahres ebenda statt. Der Victor-Marsch ist ein vergessenes Werk.
 
Op.139  
Op.140  
Op.141  
Op.142  
Op.143 Associationen, Walzer
Als Josef Strauss 1863 die Leitung der Faschingsbälle für seinen krankgeschriebenen Bruder Johann übernahm, musste er die vertraglich festgelegten Widmungskompositionen innert kürzester Zeit bereitstellen. Am 21. Januar 1863 erklang der Associationen-Walzer am Industriellenball in den Redoutensälen. Das Publikum war begeistert und verlangte eine Wiederholung.
 
Op.144 Die Schwätzerin, Mazurka
Die Uraufführung dieser amüsanten Mazurka erfolgte am 17. Juni 1863 bei einem Konzert im Sperl im heutigen 2. Bezirk. Das Werk ist auch heut noch ein oft gespieltes. Was oder wen Josef Strauss mit der „Schwätzerin“ meinte, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Auf dem Titelblatt des Klavierauszuges ist eine junge Frau mit einem Papagei abgebildet.
 
Op.145  
Op.146 Deutscher Union-Marsch
In den Tagen vom 16. bis 19. Oktober 1863 fand die Legendäre Völkerschlacht bei Leipzig statt. Es war bis zum Ersten Weltkrieg die grösste Schlacht in der Geschichte der Menschheit. Die Truppen Kaiser Napoleons kämpften gegen diejenigen der verbündeten Reiche Russland, Preussen und Österreich. Rund 510'000 Soldaten wirkten bei der Schlacht mit, von denen mindestens 110'000 ihr Leben verloren. Napoleons Heer wurde entscheidend geschlagen. Zur Erinnerung an diesen Triumph fand am  17. August 1863 im Volksgarten ein festliches Konzert statt. Somit ist der Titel des Walzers, welcher Josef Strauss für dieses Konzert komponiert hat, selbstredend. Wie der parallel geschaffene Walzer „Deutsche Sympathien“ erntete der Marsch Beifall. Er geriet jedoch bald in Vergessenheit.
 
Op.147  
Op.148  
Op.149 Deutsche Sympathien, Walzer
In den Tagen vom 16. bis 19. Oktober 1863 fand die Legendäre Völkerschlacht bei Leipzig statt. Es war bis zum Ersten Weltkrieg die grösste Schlacht in der Geschichte der Menschheit. Die Truppen Kaiser Napoleons kämpften gegen diejenigen der verbündeten Reiche Russland, Preussen und Österreich. Rund 510'000 Soldaten wirkten bei der Schlacht mit, von denen mindestens 110'000 ihr Leben verloren. Napoleons Heer wurde entscheidend geschlagen. Zur Erinnerung an diesen Triumph fand am  17. August 1863 im Volksgarten ein festliches Konzert statt. Somit ist der Titel des Walzers, welcher Josef Strauss für dieses Konzert komponiert hat und der sehr grossen Applaus erntete, selbstredend.
 
Op.150  
Op.151 Fantasiebilder, Walzer
Der Walzer war eine Widmungskomposition für den Medizinerball am 11. Januar 1864 im Sofiensaal, bei welchem Josef Strauss alleine aufspielte. Die gedruckte Ausgabe war wörtlich den Hörern der Medizin an der Hochschule Wien gewidmet.
 
Op.152  
Op.153 Petitionen, Walzer
Widmungskompositionen für Gesellschaftsbälle waren zu der Zeit üblich. Vor allem Johann Strauss war hier eifrig. Als Johann jedoch aus gesundheitlichen Gründen das Komponieren vorübergehend unterliess, kümmerte sich Josef um die Widmungen. Er hat „Petitionen“ den Studenten der Rechtswissenschaft gewidmet. Aufgeführt wurde der Walzer am 18. Januar 1864 am Juristenball im Sofiensaal und erhielt grossen Beifall.
 
Op.154 Lebensgeister, Polka
Diese Polka war eine Widmungskomposition für den Studentenball am 31. Januar 1864 im Redoutensaal. Josef Strauss hat dieses reizende Stück Eleonore Fürstin von und zu Schwarzenberg gewidmet.
 
Op.155 Die Gazelle, Mazurka
Josef Strauss holte sich die Inspiration zur Namensgebung dieser Polka von dem afrikanischen Tier, welches damals freilich höchstens vom Tiergarten her bekannt war. Die Polka wurde für die Faschingszeit des Jahres 1864 geschrieben.
 
Op.156 Die Clienten, Walzer
Am 2. Februar 1864 veranstaltete der Unterstützungsverein der juristischen Fakultät an der Universität, welcher zum Ziel hat, mittellose Studenten zu unterstützen, ein Faschingsfest im Sofiensaal. Zu diesem Anlass schrieb Josef Strauss diesen Walzer. Einen Monat zuvor hat er für den Juristenball den Walzer „Petitionen“ Op.153 komponiert. Beide Werke waren in diesem Jahr regelmässig im Programm.
 
Op.157 Herold-Quadrille
Die Herold-Quadrille war eine von Josef Strauss’ Novitäten, welche am Maskenball vom 23. Januar 1864 im Sofiensaal aufgeführt wurden. Josef Strauss hat diesen Ball zusammen mit seinem Bruder Eduard organisiert. Johann war merkwürdigerweise nicht von der Partie, obwohl er zu der Zeit in Wien war.
 
Op.158 Die Industriellen, Walzer
Seit 1861 fand in den Redoutensälen alljährlich der Ball der Industriellen statt. Dabei bildeten hauptsächlich die Repräsentanten aus der Banken- und Eisenbahnwelt zur Trägerschaft. Für den Ball von 1864, welcher am 19. Januar stattfand,  komponierte Josef Strauss den Widmungswalzer „Die Industriellen“.
 
Op.159 Gablenz-Marsch
Der Marsch war ein Widmungswerk für Ludwig Freiherr von Gablenz, welcher bei einem Feldzug in Norddeutschland das 6. Armeekorps leitete. Der Marsch wurde am 3. April 1864 im Volksgarten uraufgeführt. Wegen des wenig ruhmvollen Selbstmord nach dem Börsenkrach von 1873 konnte sich der Gablenz-Marsch nicht behaupten und verschwand bald darauf in den Regalen.
 
Op.160 Abendstern-Polka
Die Gebrüder Strauss gehörten alle drei der Hesperus-Vereinigung an (Vereinigung von Künstler diverser Sparten). Diese Vereinigung traf sich jährlich zu einem fröhlichen Fest. Für das Treffen am 3. Februar 1864 im Dianasaal schrieb Josef Strauss diese Polka, welche regen Beifall erntete und sich danach im Repertoire halten konnte.
 
Op.161  
Op.162 Die Zeitgenossen, Walzer
Der Komponist hatte das neue Werk schon mehrmals angekündigt, es dann aber doch nicht aufgeführt. Möglicherweise fand er jeweils den Zeitpunkt unpassend, da das Volk sich eher auf politische Ereignisse konzentrierte als sich mit Konzert- und Ballaktivitäten beschäftigte. Als sich die Lage etwas beruhigt hatte, nutzte Josef Strauss das für den 5. Juli 1864 geplante Benefizkonzert im Volksgarten zur endlichen Uraufführung des Walzers. Der Erfolg des Werkes war gross, und es wurde in der Folge noch oft gespielt.
 
Op.163  
Op.164  
Op.165  
Op.166  
Op.167 Arabella-Polka
igentlich hätte die Polka am 2. August 1864 in der „Neuen Welt“ in Hietzing erstmals aufgeführt werden sollen. Quellen aber belegen, dass die Polka erst am 19. August 1864, ein Tag nach dem Geburtstag Kaiser Franz Josephs, an einem Konzert im Volksgarten gespielt wurde. Das Werk trägt keine Widmung, wie man vorerst vermuten würde.

 

Op.168 Les Géorgiennes, Quadrille
Jacques Offenbachs komische Oper „Les Géorgiennes“ kam nach ihrem grossartigen Erfolg in Paris auch nach Wien. Unter dem übersetzen Namen „Die schönen Weiber von Georgien“ wurde das Bühnenwerk am 5. Oktober 1864 im Carl-Theater aufgeführt und zog vergleichbaren Erfolg nach sich. Jose Strauss reagierte sofort und stellte eine Quadrille mit den wichtigsten Melodien aus der Operette zusammen. Diese wurde kurz darauf, am 9. Oktober 1864, bei einem Konzert im Dianasaal aufgeführt und blieb lange Zeit im Repertoire.
 
Op.169  
Op.170 Sport-Polka
Mitte 19. Jrh. setzte sich in Österreich die Turnerbewegung durch, welche von Deutschland ausging. So wurde es Mode, dass man sich bewegte und entsprechende Anlässe organisierte. Die Sport-Polka erklang zum ersten mal an Josef Strauss’ Abschiedsfeier am 9. Oktober 1864 im Dianasaal, bevor der Komponist auf Gastspielreise nach Breslau ging.
 
Op.171 Einzugs-Marsch
Ein Zwist zwischen Dänemark, Preussen und Österreich wurde am 30. Oktober 1864 vertraglich niedergelegt. Zwar ging Preussen dabei als Sieger hervor, doch die österreichischen Truppen haben sich tapfer geschlagen. Für deren Rückkehr wurde im Volksgarten am 6. Dezember 1864 ein Konzert veranstaltet, und Josef Strauss komponierte dafür einen Einzugsmarsch. Nach der Erstaufführung wurde der Marsch nur noch selten gespielt und geriet praktisch in Vergessenheit.
 
Op.172 Herztöne, Walzer
Das Werk war ein Widmungswalzer, den Josef Strauss für den traditionellen Medizinerball geschrieben hat, welcher am 17. Januar1865 im Sofiensaal abgehalten wurde. Bereits sein Vater Johann hatte 1847 einen Walzer gleichen Namens geschrieben, welcher ebenfalls für den Medizinerball gedacht war.
 
Op.173 Dynamiden (Geheime Anziehungskräfte), Walzer
Physikalisch gesehen bezeichnen Dynamiden in etwa die Bausteine, aus denen ein Atom besteht. Der Zusammenhang zwischen dieser physikalischen Erklärung und dem Alternativtitel „Geheime Anziehungskräfte“ geht wohl auf eine Interpretation des Komponisten zurück. Die Atomphysik dürfte auf Josef Strauss als gelernter Ingenieur nach wie vor eine grosse Faszination ausgeübt haben. Jedenfalls ist der Dynamiden-Walzer eines der schönsten und exklusivsten Werke, die Josef Strauss geschrieben hat. Es war das Widmungswerk für den Industriellenball in den Redoutensälen und wurde da am 30. Januar 1865 uraufgeführt.
 
Op.174  
Op.175  
Op.176  
Op.177 Frisch auf!, Mazurka
Die Mazurka war ein Widmungswerk für den Maskenball, welcher am 9. Februar 1865 im Sofiensaal ab gehalten wurde. Da aber Josef Strauss aus gesundheitlichen Gründen in diesem Fasching nur stark reduziert dirigieren konnte, fand die Erstaufführung des Werkes Aufzeichnungen zufolge erst an der Karnevalsrevue vom 5. März 1865 im Volksgartensalon statt.
 
Op.178 Gedenkblätter, Walzer
Der Walzer war eine Widmungskomposition für den Studentenball am 20. Februar 1865 in den Routensälen. Bei dem Werk orientierte sich der Komponist an Studenten- und Volksliedern, deren Melodien er einband.
 
Op.179 Schlaraffen-Polka
Die Polka hat der Komponist für einen Benefizball am 17. Februar 1865 im Sperl geschrieben. Die Polka beschreibt das süsse Nichtstuer-Leben im Schlaraffenland. die Klavierpartitur wurde im April 1865 veröffentlicht, die Orchesterausgabe jedoch erst im Januar 1866.
 
Op.180 Causiere-Polka
Diese muntere Polka wurde am 27. Februar 1865 bei einem Benefizball der drei Strauss-Brüder im Sperl uraufgeführt. Zu dieser Zeit war der Komponist allerdings gesundheitlich sehr angeschlagen, weshalb er möglicherweise die Polka nicht persönlich dirigieren konnte.
 
Op.181 Springinsfeld, Polka
Für den Begriff „Springinsfeld“ gab es zahlreiche Auslegungen und Interpretationen. Welche für Josef Strauss massgebend war, weiss man nicht. Jedenfalls ist auf dem Titelblatt der Klavierpartitur ein junger Mann abgebildet, der mit einem Mädchen an der Hand fröhlich durch die Natur schreitet. Am 28. Mai 1865 spielte Josef Strauss die Polka zum ersten Mal in der „Neuen Welt“ in Hietzing. Die erste offizielle Aufführung in der Öffentlichkeit fand das Werk bei einem Frühlingsfest am 30. Mai 1865 im Volksgarten.
 
Op.182 Mailust, Polka
Wie zahlreiche andere Komponisten hat auch Josef Strauss dem Wonnemonat Mai eine Komposition gewidmet. Die Polka versprüht Fröhlichkeit und Lebenslust. Ihre Erstaufführung erfolgte am 21. Mai 1865 im Volksgarten. Aufgrund des grossen Anklangs war die Klavierpartitur bereits im Juli erhältlich.
 
Op.183 Stiefmütterchen, Mazurka
Josef Strauss hat mehrere Werke geschrieben, zu deren Titel eine Blume Pate stand. Diese Mazurka hier gehört von all diesen zu den bedeutendsten und musikalisch wertvollsten. Uraufgeführt wurde das Werk bei einem von Josef Strauss persönlich organisierten Benefizkonzert im Volksgarten am 7. Juli 1865.
 
Op.184  
Op.185  
Op.186

Prinz Eugen-Marsch
Im Zuge der Errichtung der Neuen Hofburg ordnete Kaiser Franz Joseph die Errichtung von zwei grossen Reiterstandbildern auf dem neuen Heldenplatz vor der Neuen Burg. Mit dieser grossen Aufgabe wurde Anton Fernkorn betraut. Eines der Denkmäler sollte Erzherzog Carl zeigen, das andere Prinz Eugen von Savoyen. Letzteres wurde am 18. Oktober 1865 feierlich enthüllt, wenn auch mit Verspätung. Josef Strauss zelebrierte die Enthüllung des Denkmals bereits vorzeitig mit diesem Marsch, den er bereits zehn Tage zuvor, am 8. Oktober 1868, im Volksgarten aufführte. Dem Marsch liegen Melodien zugrunde, welche bereits früher bekannt waren, deren wirklicher Ursprung heute jedoch nicht mehr bekannt ist.

 

Op.187 Flick und Flock-Quadrille
Am 15. Februar 1862 wurde in Mailand das Zauberballett „Flick und Flock“ von Paul Taglioni uraufgeführt. Das Stück war sehr erfolgreich, fand den Weg auf