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Vieles, was man in Wien tut,
tut man in der restlichen Welt nicht, und vieles was man in der Welt tut,
tut man in Wien nicht. Die Eigenheiten und Gepflogenheiten der - oft
selbsternannten - Wiener sind berühmt-berüchtigt. Hier soll eine kleine
Sammlung entstehen von Zitaten und Fakten über Wien und die Wiener.
Ebenfalls soll Geschichtliches erwähnt werden oder die Herkunft gewisser
Wiener Ausdrücke und andere Kuriositäten.
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Die ganze Wahrheit über
Wien von Philipp Tingler |
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Die
Wiener sind redselig |
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Das Verhältnis von
Kaffeehausplätzen zu Einwohnern in Wien beträgt 1:2 |
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Mehr oder weniger
grantige weitsichtige Männer mit grauen pomadisierten Haaren , die im
Kaffeehaus als Bedienung arbeiten, gelten als Originale |
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Die gebräuchlichsten
Anreden in Wien sind "gnädige Frau", "junger Mann" und "Herr Doktor" (sowas
nennt man "unterdrückte Aggression") |
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Nein" bedeutet bei den Wienern "vielleicht" |
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In Wien gibt es mehr
Boutiquen im 60erjahre-Stil als irgendwo sonst auf der Welt |
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Elfriede Jelinek und
André Heller gelten als Künstler
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Sowohl Damen wie Herren
tragen gerne Foulards, Tücher und Hüte |
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Alle Leute in Wien essen die ganze Zeit und rauchen (Deshalb werden sie
nicht dick |
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Dafür gibt es kein
einziges richtiges Kaufhaus (allein beim Wort "Kaufhaus" zuckt der Wiener
zusammen) |
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Sisi und Falco gelten als
Ikonen |
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Mit anderen Worten: Junge
Leute sind selten |
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Sie
trinken Kaffee (und zum Frühstück gern Champagner, was sehr operettenhaft
ist) |
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In Wien gibt es einen
nicht mehr benötigten k.u.k. Prachtbau auf zehn Einwohner |
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Die restlichen Leute, die
hier was gelten, sind im Rest der Welt unbekannt |
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Die Wiener glauben jedes
Klischee über sich selbst |
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Der
Wiener rennt nicht. Stattdessen trinkt er lieber noch einen Kaffee |
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Dafür praktisch keine
Apotheke (erst recht keine, die geöffnet ist) |
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Das Grab von Falco in
Wien ist die scheusslichste Grabstätte Mitteleuropas |
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Der Sinn für Humor ist,
wie überall in Österreich, schwach entwickelt |
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Kurzbeschreibung Wiens
nach Lothar Lehner |
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W... |
weinerlich |
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I... |
idealistisch |
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E... |
einzigartig |
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N... |
nörgelnd |
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Was der Wiener mit seinem
Schmäh tut |
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führen |
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tandeln |
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machen |
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überreissen |
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rennen lassen |
-
stad sein |
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Woher kommt eigentlich die
Palatschinke |
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Der
erste Wortteil "Palat" geht auf das lateinische "placenta" zurück, was ein
Plätzchen oder auch einen Kuchen bezeichnet. Darauf gelangte die Placenta
nach Rumänien, wo sie "Placinta" genannt wurde und später im ukrainischen
Raum " Blintschiki". Die Reise der ursprünglichen Placenta ging weiter nach
Ungarn, wo sie "Palacsinta" genannt wurde. Als ihre Reise in Wien endete,
wurde sie unter der eingedeutschten Bezeichnung "Palatschinken" weltbekannt.
Das Gericht gibt es eigentlich nur als Pluralwort, denn nur eine einzige
Palatschinke existiert an sich nicht. |
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Ein Bordellührer aus der
Barockzeit |
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Im Jahre 1714 wurde in Wien eine Liste
herausgegeben, welche die Freudenhäuser der Stadt aufführte. Diese wurden
damals diskret "Neu eröffnetes Wein-Wirtshaus" oder "Curioser Gasthof"
genannt. Einige solcher Puffs waren namentlich: |
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- Zur verguldten Gaiss |
- Bey der Tyrollerischen
Medritat-Krammerin-Frantzl |
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- Bey der schneider Kundl |
- Zum zerbrochenen Spiegl |
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- Zur wilden Sau |
- Bey der angestrichenen Julerl |
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- Bey der kleinen Tobacks-Krammerin |
- Zum nackenden Kapauner |
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- Beym grünen Hut |
- Bey der neunfingert-Steyrischen Gredl |
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Wiener Literaten über
Kaffee und Kaffeehaus |
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Mancher strebsame junge
Mann hierzulande, der für die bildung seiner Genius etwas tun wollte, hat
seine Laufbahn damit begonnen, dass er sich zunächst das geeignete Café
aussuchte. (J.A. Lux)
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Im Kaffeehaus sitzen
Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen. (Alfred
Polgar)
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Im Kaffeehaus sitzen
Talente so dicht an einem Tisch, dass sie sich gegenseitig an der entfaltung
hindern. (Karl Kraus)
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Was ist ein
Kaffeehausliterat? Ein Mensch, der Zeit hat, im Kaffeehaus darüber
nachzudenken, was die anderen draussen nicht erleben. (Anton Kuh)
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Den grössten Posten im
literarischen Budget des kaufenden Publikums beziffern bei weitem nicht mehr
die Bücher, sondern die Zeitungen. Jedes Kaffeehaus ist eine Leihbibliothek,
fast jeder grössere Cafeiter gibt zwei- bis dreihundert Gulden für seine
Zeitungen aus. Welcher Fürst gibt das für seine Bücher aus? (Ferdinand
Kürnberger)
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Ein Journalist machte
eine aufschlussreiche, gleichwohl geheimnisvolle Beobachtung: "Immerzu gehen
Leute ins Café Hawelka hinein und keiner kommt wieder heraus. Was macht der
Hawelka eigentlich mit seinen Gästen?" (Friedrich Torberg)
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Das berühmte glas Wasser,
das bei längerem Verweilen verdoppelt und verdreifacht wird,
stellt eine Höflichkeit dar, dem Gast zu bezeugen, dass im Wiener Café
nicht die Konsumation
entscheidend ist, sondern die Anwesenheit. (Ludwig Plakolb)
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