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Am 18. Juli 1552 wurde Rudolf als Sohn Kaiser
Maximilians II. in Wien geboren. Am spanischen Hof wurde er streng und
katholisch erzogen, bevor er nach dem Tode seines Vaters als Thronfolger
Kaiser des Heiligen römischen Reiches wurde. Politisch brillierte Kaiser
Rudolf II. allerdings wenig, denn er war diesbezüglich nicht sehr initiativ
und machte sich auch keine Gedanken zu heiraten und Kinder zu kriegen, um
den Fortbestand seines Geschlechts zu sichern. Ab 1590 soll er an Schwermut
und Depressionen gelitten haben. In der Folge hat sein Bruder unter
Zustimmung der anderen Geschwister die Ablösung von Rudolf beschlossen. Er
musste auf Österreich, Böhmen und Mähren verzichten.
Anstatt staatlicher und politischer Interessen hatte Rudolf vielmehr eine
Vorliebe für Kunst und Wissenschaft. Er hatte Beziehungen zu den bedeutenden
Wissenschaftler Johannes Kepler und Tycho Brahe. Rudolf besass die
bedeutendste und grösste Kunstsammlung seiner Zeit, aus welcher etwa die
Brueghelsammlung im Kunsthistorischen Museum in Wien hervorging. Seine
Sammlung von Steinschneidekunst wurde nach der Eroberung Prags im Jahre 1648
von den Schweden geplündert und darauf in alle Herren Länder verstreut. Um
1602 liess er für sich eine Hauskrone anfertigen, welche 1804 zur
österreichischen Kaiserkrone wurde. Rudolf II. starb verbittert und
schwermütig im Hradschin in Prag am 20. Januar 1612.
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