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Matthias (1557-1619)

 

 

Geboren wurde Matthias am 14. Februar 1557 in Wien. Mit 19 Jahren wurde er Generalstatthalter der Niederlande, war in diesem Amt jedoch unbedeutend. Ab 1595 war er Statthalter von Österreich ob und unter der Enns, wo er Gegenreformationen führte und Bauernaufstände niederschlug. Ab 1599 begann eine Rivalität zwischen ihm und seinem Bruder Rudolf II., wobei die Gunst der Erzherzöge jedoch Matthias zuteil wurde und er darauf König von Ungarn, Mähren, Böhmen und Schlesien wurde, denn sein Bruder galt als kaum regierungsfähig, war depressiv, unbeliebt und hatte keine Kinder. Nach dessen Tod im Jahre 1612 wurde Matthias Kaiser, wobei er allerdings feststellen musste, dass seine Position durch den vorausgegangenen Bruderzwist geschwächt war. Er hatte jedoch ebenfalls keine Kinder, weshalb die Erbfolge auf seinen Cousin Ferdinand II. überging. Dieser wurde als Folge der Bemühungen Matthias’ um 1617 König von Böhmen. Im Folgejahr brach jedoch der offizielle Aufstand durch den zweiten Prager Fenstersturz aus, denn man sah die von Rudolf II. erlassene Religionsfreiheit durch den streng katholischen Matthias nichtig gemacht.

Matthias war grundsätzlich eine beliebte Figur und galt als freundlich und treuherzig, wenn auch im alter zunehmend depressiv wurde und an Gicht erkrankte. Zusammen mit seiner Frau Anna von Tirol stiftete er die Kaisergruft in Wien, welche die künftige Grabstätte der Habsburger werden sollte. Zudem liess er – ergänzend zur Kaiserkrone, welche sein Bruder Rudolf II. erstellen liess – das Szepter und den Reichsapfel anfertigen. Er war es auch, welchem Schloss Schönbrunn seinen Namen zu verdanken hat, denn als er bei einem Ausflug eine sprudelnde Quelle entdeckte, rief er begeistert „Ei, welch schöner Brunn’…!“ Am 20. März 1619 starb Matthias in Wien.


Die Särge von Matthias und Anna in der Kaisergruft