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Geboren am 3. Juni 1540 in
Wien war Karl der jüngste Sohn Kaiser Ferdinands I. Bereits im alter von
zehn Jahren hatte Karl seinen eigenen Hofstaat. Von seinem Vater erhielt er
die innerösterreichischen Territorien übertragen, während seine Brüder die
anderen Ländereien erhielten. Alle drei waren gleichgestellt und hatten
dieselben Rechte und Pflichten. Graz wurde Residenzstadt und Hauptsitz der
inneren Zentralverwaltungen. Karls Vater Ferdinand I. war bestrebt,
Beziehungen der Habsburger mit dem englischen Königshaus zu stärken. Eine
geplante Vermählung Karls II. mit Elisabeth I., Königin von England, kam
jedoch nicht zustande einerseits wegen religiösen Gründen (Karl war frommer
Katholik und nicht bereit, die Religion zu wechseln) und andererseits wegen
Elisabeths Heiratsunwillen. Auch Heiratspläne mit Maria Stuart scheiterten.
Schliesslich vermählte sich Karl II. am 26. August 1571 mit seiner Nichte
Maria von Bayern aus dem Hause der Wittelsbacher. Sie hatten 15 Kinder,
welche hauptsächlich von der streng katholischen Mutter erzogen wurden.
Karl II. war bemüht, den
Augsburger Religionsfrieden in seinen Landen durchzusetzen, was ihm aber
Schwierigkeiten bereitete, zumal ihm zahlreiche protestantische Adelsstände
gegenüberstanden. Auch die anhaltende Gefahr der Türken aus dem Osten
bereiteten ihm Sorgen und übten Druck auf ihn aus. Um der Situation Luft zu
verschaffen, entschloss sich Karl II. zur Grazer Religionspazifikation,
welche den Herren und Ritterständen Religionsfreiheit und den Bürgern
Gewissensfreiheit gewährte. Um der Sache aber dennoch entgegenzuwirken,
berief er die Jesuiten nach Graz, welche da ein Kollegium gründeten als
Gegenstück zur protestantischen Stiftsschule. Karl förderte Kunst und Kultur
und liess in Graz grosse bauliche Veränderungen vornehmen wie beispielsweise
der Ausbau der Burg, die Erweiterung des Domes oder die Umgestaltung des
Schlossbergs. Im Jahre 1585 gründete er die Grazer Universität. Um gegen die
immerwährende Türkengefahr vorzugehen, gründete er in Kroatien die Festung
Karlsstadt (Karlovac). Um 1580 gründete er in Lipizza bei Triest die heute
weltberühmte Pferdezucht der Lipizzaner.
Für sich und seine
Angehörigen liess Karl in der Basilika des Stifts in Seckau von
italienischen Künstlern ein Mausoleum erbauen, welches zu den bedeutendsten
Werken der Spätrenaissance und des Frühbarocks gehört. Karl II. starb am 10.
Juli 1590 in Graz und liegt in Seckau in der Gruft unter dem Mausoleum
bestattet.
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