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Franz Stephan wurde am 8. Dezember in Nancy als
Sohn des Herzogs von Lothringen und dessen Ehefrau Elisabeth Charlotte von
Orléans geboren. Sein Urgrossvater war Kaiser
Ferdinand III., und somit hat
Franz Stephan habsburgische Vorfahren. Mit 15 Jahren kam er an den Hof von
Karl VI., welcher ihn wie einen Sohn behandelte und erzog. Als Franz
Stephans Bruder Klemens plötzlich starb, sah Karl VI. ihn als Ehemann seiner
Tochter Maria Theresia vor. Nach dem Tod seines Vaters wurde Franz Stephan
1729 Herzog von Lothringen. Auf drängen seines Schwiegervaters hin
verzichtete Franz Stephan im Jahre 1735 auf Lothringen und erhielt dafür das
Herzogtum Toskana.
Am 12. Februar 1736 wurde Franz Stephan mit
Maria Theresia vermählt, mit der er 16 Kinder hatte. Es war nicht nur eine
taktische Heirat, wie es in der habsburgischen Heiratspolitik die Regel war,
sondern Franz Stephan und Maria Theresia liebten sich aufrichtig und waren
zeitlebens ein glückliches Paar. Nach dem Tod Karls VI. wurde Maria Theresia
seine rechtmässige Nachfolgerin, was aufgrund der pragmatischen Sanktion
Karls möglich war. Kurfürst Karl Albrecht von Bayern bestand auf dem
Testament Ferdinands I., welcher die Einsetzung des Hauses Wittelsbach als
österreichische Erbfolger vorsah im Falle eines Aussterbens des
habsburgischen Mannesstammes. Er wurde 1742 als Kaiser Karl VII. gekrönt,
hielt das Amt aber nur drei Jahre inne, da er 1745 unerwartet starb. Sein
Sohn Maximilian Joseph erklärte sich bereit, den Kaisertitel Franz Stephan
zu überlassen, welcher am 4. Oktober 1745 in Frankfurt gekrönt wurde. Die
politischen Aufgaben liess er jedoch seine Frau Maria Theresia verrichten,
welche diese mit höchstem Geschick erledigte. Er selber betätigte sich auf
der naturwissenschaftlichen Ebene und begründete die Erste Wiener Schule der
Medizin. Auch der Tiergarten
Schönbrunns und bedeutende Mineraliensammlungen
sind sein Verdienst. Finanzielles Geschick ermöglichte ihm, ein riesiges Geldvermögen anzuhäufen, welches seinem Nachfolger die Sanierung des
österreichischen Staates ermöglichen wird.
Franz I. Stephan war bei der Bevölkerung sehr
beliebt aufgrund seiner Herzlichkeit und Unkompliziertheit. Bei den
Hochzeitsfeierlichkeiten seines Sohnes
Leopold II. am 18. August 1765 in
Innsbruck erlitt er einen akuten Schlaganfall und verstarb vor Ort. Er
hinterliess ein bestürztes Volk und eine tief und aufrichtig trauernde
Witwe.
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Der mächtige Doppelsarkophag Franz Stephans
und seiner Frau in der Kaisergruft |
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