|
Geboren wurde Ferdinand
Joseph Johann Baptist am 6. Mai 1769 in Florenz. Von Marchese Manfredini
erhielt er eine hervorragende Erziehung und wurde Grossherzog von Toskana,
nachdem sein Onkel Joseph II. um
1790 gestorben und sein Vater Leopold
II. Kaiser geworden war. Um 1792 war er gewillt, die französische
Republik zu anerkennen, wurde jedoch darauf von Russland und England
gezwungen, der Koalition gegen Frankreich beizutreten und die Neutralität
abzulegen. Nach Frankreichs Besetzung von Piemont trat er jedoch wieder aus
der Koalition und beschloss den Frieden mit Frankreich. Doch als Frankreich
für die Unabhängigkeit Italiens immer bedrohlicher wurde, flüchtete er nach
Wien, nachdem französische Truppen in Florenz einmarschiert waren. Durch den
Frieden von Lunéville zwischen Frankreich und Kaiser Franz II. war der
Koalitionskrieg um 1801 beendet, und Ferdinand III. musste auf die Toskana
verzichten, erhielt dafür aber das neu entstandene Herzogtum Salzburg. Dies
verlor er jedoch bald wieder und wurde um 1805 als Entschädigung Grossherzog
von Würzburg, wo er auch nur kurz regierte. Durch den Pariser Frieden von
1814 gelangte die Toskana mit einigen Erweiterungen an ihn zurück.
Ferdinand III. war in erster Ehe mit Luise von Sizilien verheiratet, mit
welcher er sechs Kinder hatte. Seine zweite Frau war Prinzessin Marie von
Sachsen, mit der er keine Kinder hatte. Er war sehr um die Förderung des
Handels und der Wissenschaft bemüht und engagierte sich für die Kunst. Er
war musikalisch und hatte für militärische Angelegenheiten wenig übrig. Er
war grundsätzlich ein zurückhaltender Mensch, jedoch sehr ausdauernd beim
Verfolgen seiner Ziele und Ansprüche. Am 17. Juni 1824 starb Ferdinand III.
in Florenz.
|